KI-Einfluss in Schwellenländern: Heterogene Effekte auf Wachstum
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KI-Einfluss in Schwellenländern: Heterogene Effekte auf Wachstum

Die wirtschaftlichen Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) in Schwellenländern sind stark heterogen, so eine neue BIZ-Studie. Digitale Infrastruktur, Fähigkeiten und institutionelle Kapazitäten sind entscheidend dafür, ob Länder die Vorteile der KI voll ausschöpfen können.

Mikro-Gewinne, Makro-Fragezeichen

Künstliche Intelligenz (KI) erweist sich als transformative Technologie mit weitreichenden Auswirkungen auf die reale Wirtschaft.

Mikro-empirische Studien zeigen erhebliche Produktivitätsgewinne von 10 bis 65 Prozent, insbesondere durch generative KI bei nicht-routinemäßigen kognitiven Aufgaben.

KI kann die Leistung weniger erfahrener Mitarbeiter nivellieren, indem sie deren Produktivität stärker steigert als die von erfahrenen Kollegen.

Die Übertragung dieser Mikro-Gewinne auf die gesamtwirtschaftliche Totalfaktorproduktivität (TFP) ist jedoch unsicher, mit Schätzungen von 0,07 bis 0,9 Prozent pro Jahr.

Gleichzeitig birgt KI erhebliche Arbeitsmarktrisiken: Bis 2030 könnten bis zu 60 Prozent der Berufe eine substanzielle Aufgabenverlagerung erfahren, wobei 25 bis 50 Prozent der Arbeitslast in KI-exponierten Jobs automatisierbar sind.

In Schwellenländern verstärkt die verbreitete informelle Beschäftigung diese Risiken, da informelle Arbeitskräfte anfälliger für Automatisierung sind und weniger Zugang zu Umschulungsmaßnahmen haben.

Digitale Kluft und sektorale Unterschiede

Die BIZ-Studie identifiziert sektorale Zusammensetzung und KI-Bereitschaft als Hauptfaktoren für heterogene KI-Auswirkungen.

Schwellenländer (EMEs) sind stärker in Branchen wie Landwirtschaft und Bauwesen vertreten, die eine geringere KI-Exposition aufweisen.

Fortgeschrittene Volkswirtschaften (AEs) dominieren hingegen in KI-intensiven Sektoren wie Finanzdienstleistungen.

Die KI-Bereitschaft, gemessen am AI Preparedness Index (AIPI) des IWF, umfasst digitale Infrastruktur, Fähigkeiten und institutionelle Kapazitäten.

AEs sind hier generell besser aufgestellt.

Viele EMEs zeigen Schwächen bei Humankapital und regulatorischer Vorbereitung, was sie zu Nettoexporteuren von KI-Talenten macht und zu geringeren kurzfristigen Wachstumseffekten führt.

Konvergenz in Gefahr?

Die Studie der BIZ unterstreicht die Dringlichkeit für Schwellenländer, ihre KI-Bereitschaft zu verbessern.

Ohne gezielte Investitionen in digitale Infrastruktur, Bildung und regulatorische Rahmenbedingungen drohen sie, den Anschluss an die fortgeschrittenen Volkswirtschaften zu verlieren.

Dies könnte die langfristige Konvergenz der Einkommensniveaus verlangsamen und soziale Ungleichheiten durch Arbeitsplatzverluste verschärfen.

Quelle: Economic impact of AI in emerging market economies

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