Geldelastizität stützt Lieferketten, dämpft Schocks
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Geldelastizität stützt Lieferketten, dämpft Schocks

Eine neue BIS-Studie zeigt: Die elastische Geldversorgung durch Kreditlinien ist entscheidend für die Stabilität langer Lieferketten. Sie überwindet Liquiditätsengpässe und dämpft die Auswirkungen finanzieller Schocks.

Ungenutzte Kreditlinien als Puffer

Die elastische Geldversorgung durch Überziehungskredite und Kreditlinien überwindet Liquiditätsengpässe und ermöglicht großvolumige Zahlungen, ohne auf Geldeingänge warten zu müssen.

Diese Elastizität ist in langen Lieferketten von entscheidender Bedeutung, wo Liquiditätsbeschränkungen sonst zu Stillstand führen könnten.

Die Studie der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) argumentiert, dass Geldelastizität und die Bereitstellung von Betriebskapital zwei Seiten derselben Medaille sind, wobei ungenutzte Kreditlinien das operative Bindeglied darstellen.

Die Autoren Ryan Banerjee, Hyun Song Shin und Jose Maria Vidal Pastor untersuchen, wie sich Veränderungen der Finanzierungsbedingungen auf die Geldelastizität auswirken und im Gegenzug die Unternehmensaktivität in Produktionsnetzwerken beeinflussen.

Ihre Analyse granularer Unternehmensdaten zeigt, dass der durch Produktionsnetzwerke bedingte Betriebskapitalbedarf ein zyklisches Element einführt, das im Takt der Finanzierungsbedingungen schwingt.

Engere Bedingungen, wie steigende Kredit-Spreads oder ein stärkerer US-Dollar, reduzieren die Produktion erheblich, wobei Spillover-Effekte durch Produktionsnetzwerke die Auswirkungen verstärken.

Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Geldelastizität für die Unterstützung der wirtschaftlichen Stabilität.

Nach­fra­ge­ge­trie­be­ne Liquidität

Das heutige Geldsystem, das auf vertrauenswürdigen Intermediären aufbaut, ermöglicht Zahlungen durch Kontoaktualisierungen.

Ein wesentlicher Unterschied zu rohstoffbasiertem Geld ist die Fähigkeit des intermediärbasierten Systems, Geld elastisch bereitzustellen, indem Kontoinhaber Kreditlinien oder Überziehungskredite in Anspruch nehmen.

Diese Liquiditätsbereitstellung auf Abruf ermöglicht eine effiziente Begleichung finanzieller Verpflichtungen, verhindert Stillstand und mindert disruptive Schockeffekte.

Die Geldelastizität ist besonders wichtig für Unternehmen in langen Produktionsketten, die aufgrund langer Zeitverzögerungen zwischen Produktionskosten und Zahlungseingängen einen erheblichen Liquiditätsbedarf haben.

Die Studie hebt hervor, dass die Nachfrage nach Liquidität – die Fähigkeit, zugesagte Kreditlinien abzurufen – bei nicht-finanziellen Unternehmen erheblich ist.

Die Autoren betonen, dass die Geldelastizität sowohl von Kreditnehmern als auch von Banken bestimmt wird: Kreditnehmer entscheiden, wann sie Geld durch Kreditlinien schaffen, während Banken die Bedingungen festlegen.

Die Elastizität von Kreditlinien wird wiederum von den allgemeinen Finanzierungsbedingungen beeinflusst, einschließlich Kredit-Spreads und Kreditlimits.

Implikationen für die Geldpolitik

Die Studie liefert eine wichtige theoretische und empirische Fundierung für die Rolle der Geldelastizität jenseits traditioneller Geldmengenkonzepte.

Ihre Erkenntnisse unterstreichen die Notwendigkeit, undokumentierte Kreditlinien als zentralen Transmissionskanal der Geldpolitik zu berücksichtigen.

Für Zentralbanken bedeutet dies, dass die Überwachung der Finanzierungsbedingungen von Unternehmen, insbesondere im Hinblick auf ungenutzte Kreditfazilitäten, entscheidend für die Stabilität der Realwirtschaft ist.