BSP-Gouverneur Remolona: Inflation niedrig, Banken robust, Wachstum gebremst
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BSP-Gouverneur Remolona: Inflation niedrig, Banken robust, Wachstum gebremst

BSP-Gouverneur Eli M Remolona, Jr. berichtete am 8. Januar 2026 über niedrige Inflation und ein robustes Bankensystem der Philippinen. Gleichzeitig warnte er vor einem verlangsamten Wachstum und begründete die jüngste Zinssenkung.

Inflation im Griff, Banken stabil

Die Philippinen haben die Inflation in den letzten zwei Jahren erfolgreich gezähmt.

Die Gesamtinflation lag im Dezember bei 1,8 Prozent, während die Teuerungsrate für die unteren 30 Prozent der Haushalte sogar bei 1,1 Prozent verzeichnet wurde.

Dies sind bemerkenswert niedrige Werte, obwohl für das kommende Jahr ein leichter Anstieg prognostiziert wird.

Auch das Bankensystem des Landes zeigt sich in ausgezeichneter Verfassung: Die Kapitaladäquanzquote beträgt 16,4 Prozent und übertrifft damit den internationalen Standard von 10 Prozent deutlich.

Die Liquiditätsquote der Banken liegt bei 180 Prozent, weit über dem erforderlichen Minimum von 100 Prozent, was eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Einlagenabzügen signalisiert.

Zudem verfügen die Philippinen über internationale Reserven von 110,9 Milliarden US-Dollar, was mehr als sieben Monaten Importen entspricht – der übliche Standard liegt bei drei Monaten.

Diese Reserven decken die kurzfristigen Schulden viermal ab, während der internationale Standard bei 100 Prozent liegt.

Diese Zahlen unterstreichen die robuste finanzielle Stabilität des Landes.

Wachstum gebremst, Vertrauen erschüttert

Das Wirtschaftswachstum der Philippinen hat sich verlangsamt.

Für 2025 wird ein Wachstum von 4,6 Prozent erwartet, eine deutliche Reduktion gegenüber der ursprünglichen Prognose von 5,7 Prozent.

Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf einen Vertrauensverlust infolge eines Skandals um Hochwasserschutzmaßnahmen zurückzuführen, der im dritten Quartal 2025 begann.

Eine Erholung auf 5,6 Prozent für 2026 und 6,3 Prozent für 2027 wird prognostiziert, wobei diese Raten die der meisten Nachbarländer übertreffen.

Indikatoren wie der Einkaufsmanagerindex (PMI), der im Juli fiel und nun seinen Tiefpunkt erreichte, sowie eine Erholung des Aktienmarktes deuten auf eine Stimmungsverbesserung hin.

Die BSP senkte im Dezember den Leitzins, um den Vertrauensverlust auf der Nachfrageseite zu kompensieren.

Zwischen Stärke und Verwundbarkeit

Remolonas Rede zeichnet ein Bild der philippinischen Wirtschaft, das von beeindruckender Stärke in den Fundamentaldaten, aber auch von einer spürbaren Verwundbarkeit durch Vertrauensverluste geprägt ist.

Die Zinssenkung der BSP ist eine pragmatische Reaktion auf die gebremste Nachfrage, kann jedoch die tiefer liegenden Ursachen des Vertrauensverlustes nicht vollständig adressieren.

Dies unterstreicht die Herausforderung, dass selbst robuste makroökonomische Kennzahlen anfällig für nicht-ökonomische Schocks und die daraus resultierende Stimmung sind.