Thedéen: Resilienz und Zahlungsverkehr in unsicherer Welt
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Thedéen: Resilienz und Zahlungsverkehr in unsicherer Welt

Erik Thedéen, Gouverneur der Sveriges Riksbank, betont die Notwendigkeit von Kooperation und Investitionen für Resilienz in einer unsicheren Weltordnung. Er hebt die Stärkung von Finanzsystemen und Zahlungsinfrastrukturen als zentrale Säulen hervor.

Neue Risiken in turbulenter Welt

Die Weltlage ist von Unsicherheit und Turbulenzen geprägt.

Russlands Invasion in der Ukraine seit 2022 und die Eskalation der Konflikte im Nahen Osten 2026 führen nicht nur zu menschlichem Leid, sondern auch zu erhöhten wirtschaftlichen Risiken.

Dazu zählen Zölle, Störungen von Lieferketten und volatile Rohstoffpreise.

Diese komplexen und unvorhersehbaren Bedrohungen erfordern strategisches Handeln, um die Widerstandsfähigkeit unserer Gesellschaften zu gewährleisten.

Schweden ist mit einer stabilen Wirtschaft, einer Inflation im Zielbereich und einer niedrigen Staatsverschuldung gut aufgestellt.

Dies ermöglicht entschlossenes Handeln bei neuen Bedrohungen.

Dennoch sind innovative Unternehmen und eine enge Zusammenarbeit zwischen den nordischen und baltischen Ländern sowie mit gleichgesinnten Partnern unerlässlich.

Finanzsysteme und operative Abwehr

Umfassende Maßnahmen stärkten seit der Finanzkrise 2008 die Resilienz des Finanzsystems.

Die nordischen und baltischen Finanzmärkte sind eng integriert, mit vernetzten Bankensystemen und gemeinsamen Interessen an der Finanzstabilität.

Große Banken wie Nordea und Danske Bank bieten kritische Dienste an.

Die Zusammenarbeit zur Krisenvorsorge wurde durch Erfahrungsaustausch und gemeinsame Übungen vertieft, darunter Finanzkrisenübungen 2019 und 2024.

Aktuelle Konflikte unterstreichen die Notwendigkeit operativer Bereitschaft, um physische Angriffe auf zivile Infrastrukturen wie Rechenzentren zu verhindern.

Die Riksbank arbeitet intensiv an der Vorsorge und lernt dabei aus der Kooperation mit der Nationalbank der Ukraine über Zentralbankoperationen in Kriegszeiten.

Bargeld und Offline als Rettungsanker

Die Abhängigkeit von wenigen internationalen Zahlungsdienstleistern birgt im Krisenfall erhebliche Risiken.

Die geplanten Offline-Lösungen und die Stärkung des Bargeldes sind daher essenzielle Schritte zur Erhöhung der nationalen Resilienz.

Ohne solche Vorkehrungen bliebe die Gesellschaft in kritischen Situationen anfällig für weitreichende Störungen.