Thedéen analysiert Schwedens Konsumschwäche und Wohnungsmarkteffekte
Riksbank-Gouverneur Erik Thedéen analysiert die Auswirkungen makroökonomischer Schocks auf Schwedens Haushalte und den Wohnungsmarkt. Er beleuchtet die Gründe für die im Vergleich zu anderen Ländern schwächere Konsumentwicklung und zieht Lehren für die Zukunft.
Krona-Schwäche und hohe Schulden belasten Haushalte
Schwedische Haushalte wurden während der Inflationsjahre härter getroffen als in vielen anderen Ländern.
Hauptgründe waren ein langsameres Wachstum der Arbeitseinkommen und eine stärkere Erosion der Kaufkraft.
Die Krona-Abwertung in den Jahren 2022 und 2023 trug maßgeblich dazu bei, dass die Güterpreise in Schweden deutlich stärker stiegen; Riksbank-Schätzungen zufolge entsprach dies über einem Prozentpunkt des Konsumpreisanstiegs.
Hinzu kam die hohe Zinsreagibilität der Haushalte aufgrund hoher Verschuldung und kurzer Zinsbindungsfristen, wodurch die Zinskosten als Anteil des verfügbaren Einkommens sich für den Durchschnittshaushalt verdoppelten.
Wohnungsmarkt unter Druck, Erholung in Sicht
Steigende Zinskosten und fallende Immobilienpreise belasteten den schwedischen Wohnungsmarkt erheblich.
Die Preise fielen vom Höchststand um fast 15 Prozent, und Wohnungsbauinvestitionen trugen 2023 und 2024 mit fast 2 Prozentpunkten negativ zum BIP-Wachstum bei.
Für die Zukunft erwartet die Riksbank eine stabile Konsumerholung, gestützt durch sinkende Zinsen und steigende Reallöhne.
Das Haushaltseinkommen aus Arbeit soll in diesem und nächstem Jahr um über 4 Prozent steigen.
Zudem hat sich die Krona stabilisiert und die Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel dämpft temporär die Inflation.
Resilienz trotz Schock – aber mit bitteren Lehren
Die Zinserhöhungen führten nicht zum befürchteten Konsumkollaps, da hohe Ersparnisse und ein robuster Arbeitsmarkt als Puffer wirkten und regulatorische Maßnahmen die Resilienz stärkten.
Dennoch zeigte sich die extreme Zinsreagibilität schwedischer Haushalte als Schwachpunkt, verstärkt durch die Krona-Abwertung, die die Inflation zusätzlich antrieb.
Die Krise unterstreicht die Bedeutung von Kreditauflagen und die Notwendigkeit, die Glaubwürdigkeit des Inflationsziels zu wahren.