Panetta: Geopolitik, KI und EZB-Zinssenkungen prägen 2025
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Panetta: Geopolitik, KI und EZB-Zinssenkungen prägen 2025

Banca d'Italia Gouverneur Fabio Panetta blickt auf ein ereignisreiches Jahr 2025 zurück, geprägt von geopolitischen Spannungen, KI-Boom und EZB-Zinssenkungen. Er skizziert die strategische Neuausrichtung der Bank und warnt vor neuen Inflationsrisiken 2026.

Turbulentes 2025: Geopolitik und KI-Boom

Banca d'Italia verzeichnete 2025 ein turbulentes Jahr, das von geopolitischen Spannungen und wirtschaftlichen Umwälzungen geprägt war.

Gouverneur Fabio Panetta begrüßte neue Mitglieder im Direktorium: Sergio Nicoletti Altimari als stellvertretenden Gouverneur und Paolo Angelini als Senior Deputy Governor, während Luigi Federico Signorini ausschied.

International führten die US-Zollerhöhungen und bewaffnete Konflikte zu erhöhter Marktvolatilität.

Trotzdem wuchsen globales BIP und Welthandel 2025 stärker als erwartet, unterstützt durch niedrigere Zölle und den Boom bei KI-bezogenen Exporten und Investitionen.

Die sinkende Inflation ermöglichte es der EZB, ihre Leitzinsen um 100 Basispunkte zu senken, wobei der Einlagenzins bei 2 Prozent verblieb.

Die Wertpapierbestände für geldpolitische Zwecke sanken um über 500 Milliarden Euro.

Banken hielten weiterhin hohe Liquiditätsbestände von rund 2.400 Milliarden Euro beim Eurosystem.

Die Wirtschaft im Euroraum zeigte 2025 Anzeichen einer Stärkung, getragen von Investitionen und Konsumausgaben.

Nahost-Konflikt trübt Ausblick 2026

Der Nahost-Konflikt verschärfte die Lage Anfang 2026 drastisch.

Die militärische Konfrontation in einer für Energieversorgung und Rohstoffe entscheidenden Region führte zu einem Stillstand der Exporte durch die Straße von Hormus und trieb Öl- und Gaspreise in die Höhe.

Dies schwächte die Wachstumsaussichten und erneuerte den Inflationsdruck.

Die EZB-Projektionen sehen die Inflation 2026 über dem Zielwert und ein geringeres Wirtschaftswachstum.

Der EZB-Rat hielt die Zinsen im März unverändert und bekräftigte einen datenabhängigen Ansatz, um eine Lohn-Preis-Spirale zu verhindern.

Die Banca d'Italia verzeichnete 2025 einen Bruttogewinn von rund 3 Milliarden Euro, nach Verlusten in den Vorjahren, was die Effekte der Geldpolitik widerspiegelt.

Die allgemeine Risikovorsorge wurde um 0,9 Milliarden auf 24,7 Milliarden Euro erhöht.

Digitalisierung als Stabilitätsanker

Die Banca d'Italia begegnet den globalen Unsicherheiten mit einer klaren strategischen Neuausrichtung.

Massive Investitionen in digitale Transformation, KI und DLTs sollen die operative Effizienz und Cyber-Resilienz stärken.

Diese Modernisierung ist entscheidend, um die Bank in einem volatilen Umfeld zukunftsfähig zu positionieren.