Panetta: Grenzüberschreitende Zahlungen brauchen Kooperation und Technologie
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Panetta: Grenzüberschreitende Zahlungen brauchen Kooperation und Technologie

Fabio Panetta, Gouverneur der Banca d'Italia, betonte auf dem FSB Payments Summit in London am 12. März 2026 die Notwendigkeit einer verstärkten öffentlich-privaten Zusammenarbeit zur Verbesserung grenzüberschreitender Zahlungen.

Kosten und Geschwindigkeit bleiben die größten Hürden

Die Umsetzung der G20-Roadmap zur Verbesserung grenzüberschreitender Zahlungen bleibt eine zentrale Priorität.

Trotz ermutigender Fortschritte fallen Geschwindigkeit und Kosten, insbesondere im Privatkundengeschäft, weiterhin hinter den Erwartungen zurück.

Panetta identifizierte mehrere Faktoren: veraltete nationale Infrastrukturen, begrenzter Zugang zu Zahlungssystemen und unzureichende Standardisierung und Automatisierung, besonders in Bereichen wie Geldwäschebekämpfung und Terrorismusfinanzierung.

Ein erheblicher Teil dieser Kosten entfällt auf den Devisenhandel, bedingt durch begrenzte Liquidität in lokalen Währungsmärkten und eine hohe Marktkonzentration bei wenigen Anbietern.

Die globale Durchschnittskosten bleiben hartnäckig hoch, obwohl in einigen Regionen Verbesserungen erzielt wurden.

Fünf Aktionsfelder für gemeinsame Verantwortung

Panetta skizzierte fünf Bereiche für konzertierte Maßnahmen.

Erstens sei die Stärkung und Modernisierung der Großhandelszahlungsinfrastrukturen entscheidend, um die Abwicklungszeiten zu verkürzen.

Zweitens müssen Jurisdiktionen harmonisierte Regeln für die Datenerfassung, -speicherung und -weitergabe vorantreiben, wobei ISO 20022 als 'Lingua Franca' eine grundlegende Rolle spielt.

Drittens sollten Zahlungsdienstleister die Automatisierung von Compliance-Prüfungen intensivieren, um Geschwindigkeit und Sicherheit zu vereinen.

Viertens sei eine größere Geschäftsinteroperabilität notwendig, um die Abhängigkeit von mehreren Intermediären zu reduzieren.

Fünftens fordert Panetta mehr Transparenz bei Gebühren, Wechselkursen und Ausführungszeiten, um den Wettbewerb zu stärken und informierte Entscheidungen der Endnutzer zu ermöglichen.

Technologie allein ist kein Allheilmittel

Technologie ist ein mächtiger Enabler, aber kein Allheilmittel.

Strukturelle Barrieren wie Marktkonzentration und mangelnde Transparenz erfordern weiterhin politische Maßnahmen, um Legacy-Beschränkungen zu überwinden.

Zentralbankgeld muss dabei der ultimative Abwicklungsanker im resilienten Zwei-Stufen-Geldsystem bleiben, sicher und effektiv mit privaten Lösungen interagierend.

Die Zukunft grenzüberschreitender Zahlungen ist kollaborativ und erfordert anhaltendes politisches Engagement sowie intensive öffentlich-private Zusammenarbeit, um Innovation zu stärken statt zu fragmentieren.