Panetta: Golfkonflikt verschärft globale Risiken
Banca d'Italia Gouverneur Fabio Panetta warnt vor einer deutlichen Verschlechterung des globalen Wirtschaftsausblicks. Der Konflikt im Persischen Golf treibt Energiepreise und Inflation, während finanzielle Risiken zunehmen.
Golfkonflikt treibt Energiepreise und Inflation
Die Weltwirtschaft zeigte sich 2025 unerwartet widerstandsfähig, mit einem BIP-Wachstum von 3,4 Prozent, unterstützt durch Künstliche Intelligenz und Chinas 5-prozentiges Wachstum.
Finanzmärkte waren optimistisch, doch Risiken in weniger transparenten Segmenten deuteten auf überzogene Bewertungen hin.
Diese Situation hat sich durch den Konflikt im Persischen Golf dramatisch verändert.
Die Blockade der Straße von Hormus, einem wichtigen Knotenpunkt für ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggasversorgung, führte zu Versorgungsengpässen und starken Preissteigerungen bei Energierohstoffen.
Diese Preisdrucke erfassen auch Rohstoffe wie Düngemittel, deren Auswirkungen auf die Lebensmittelpreise Anfang nächsten Jahres voll zum Tragen kommen werden, was die Ernährungsunsicherheit verschärft.
Konsumentenpreise und kurzfristige Inflationserwartungen steigen weltweit, was zu höheren Zinsen führt.
Der IWF prognostiziert für 2026 ein globales Wachstum von nur 3,1 Prozent und eine Inflation von 4,4 Prozent.
Handelskonflikte und globale Ungleichgewichte
Der globale Handel wuchs 2025 um 5 Prozent, unterstützt durch geografische Umorientierung und KI-Güter.
Protektionistische Politiken korrigierten die Ungleichgewichte nicht; das US-Handelsdefizit blieb stabil, China erzielte große Überschüsse.
Die internationalen Leistungsbilanzsalden weiteten sich 2025 auf den höchsten Stand seit der globalen Finanzkrise aus, mit den USA als größtem Defizitland und China als größtem Überschussland.
Europa kämpft zudem, Ersparnisse in innovative Investitionen umzuwandeln.
Die Entwicklung von KI-Modellen ist stark konzentriert, hauptsächlich in den USA, mit China aufholend und Europa zurückliegend, was die Fragmentierung der Weltwirtschaft verstärkt und Kosten erhöht.
Fragile Weltordnung unter Druck
Die aktuelle globale Situation, geprägt von geopolitischen Konflikten und strukturellen Ungleichgewichten, offenbart eine fundamentale Fragilität.
Während KI zwar Wachstumspotenzial bietet, stellen ihre konzentrierte Entwicklung und die Erosion multilateraler Regeln erhebliche langfristige Risiken dar.
Eine koordinierte Politik ist unerlässlich, um eine Eskalation von Handelsspannungen und Finanzrisiken zu verhindern und die globale Stabilität zu sichern.