Panetta fordert stärkere Rolle der Weltbank in Krisen
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Panetta fordert stärkere Rolle der Weltbank in Krisen

Fabio Panetta, Gouverneur der Banca d'Italia, fordert eine tiefere Einbindung der Weltbankgruppe in den vulnerabelsten Ländern. Angesichts globaler Konflikte und geopolitischer Spannungen drohen Rückschläge bei Entwicklung und Armutsbekämpfung.

Weltbankgruppe im Krisenmodus

Fabio Panetta, Gouverneur der Banca d'Italia, betonte in seiner Erklärung vor dem Entwicklungsausschuss, dass anhaltende Konflikte und geopolitische Spannungen die globale Unsicherheit erhöhen, Energie- und Lebensmittelpreise in die Höhe treiben und Handels- sowie Lieferketten stören.

Diese Entwicklungen belasten das globale Wachstum und gefährden insbesondere Entwicklungsländer mit hoher Verschuldung und begrenztem fiskalischem Spielraum.

Panetta hob hervor, dass die Weltbankgruppe (WBG) eine tiefere Einbindung in den vulnerabelsten Ländern sicherstellen muss, um Krisen vorzubeugen, Stabilisierung zu unterstützen und den Übergang aus fragilen Situationen zu ermöglichen.

Er unterstrich die Notwendigkeit, dass die WBG als Eckpfeiler des internationalen Finanzsystems praktische, wirkungsvolle Lösungen liefert, die sofortige Unterstützung mit mittel- bis langfristigen Entwicklungszielen in Einklang bringen.

Die Reformagenda der WBG, die sich auf Ergebnisse, integrierte Strategien, Wissensfunktion und die Mobilisierung privaten Kapitals konzentriert, sei wichtiger denn je.

Regeln, Zahlungen, Italien-Plan

Ein geschäftsfreundliches Umfeld mit klaren, vorhersehbaren und durchsetzbaren Regeln sei zentral für die Jobs-Strategie der WBG, so Panetta.

Dazu gehören eine solide makroökonomische Steuerung, sichere Land- und Kreditsicherungsrechte, effektive Zahlungssysteme und eine starke Finanzregulierung.

Er betonte, dass der Zugang zu zuverlässiger, erschwinglicher und interoperabler Zahlungsinfrastruktur eine Voraussetzung für Unternehmen, insbesondere Mikro-, Klein- und Mittelunternehmen, ist, um am formellen Markt teilzunehmen und Lieferkettenfinanzierungen zu nutzen.

Italien unterstützt die WBG durch Kofinanzierungen für Projekte in Afrika im Rahmen des Mattei-Plans, wobei der Fokus auf Wassersektorinvestitionen liegt.

Zudem fördert Italien Initiativen zur Pandemieprävention und den Wiederaufbau der Ukraine, mit 100 Millionen Euro für das IFC-Programm zur wirtschaftlichen Resilienz.

Erfolg misst sich an Wirkung

Panettas Forderung nach einer Verschiebung des Fokus von finanziellen Zusagen zu messbaren Entwicklungsergebnissen ist überfällig und essenziell für die Glaubwürdigkeit der Weltbank.

Die Betonung einer robusteren analytischen Kapazität und rigoroser Ex-post-Impact-Evaluierungen zeigt, dass die WBG ihre Wirkung künftig stärker belegen muss.

Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Effektivität der Entwicklungshilfe zu steigern und die Rechenschaftspflicht gegenüber Gebern und Empfängerländern zu verbessern.