BIS-Studie: Fiskalrisiko erzeugt Stagflation
Fiskalische Risikoschocks führen zu Stagflation: Eine neue BIS-Studie zeigt, dass Inflation und Inflationserwartungen steigen, während die Industrieproduktion langfristig sinkt. Die Effekte sind stärker bei akkommodierender Geldpolitik.
Wenn Staatschulden teurer werden
Drei Ökonomen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) haben die makroökonomischen und finanziellen Auswirkungen von Fiskalrisikoschocks untersucht.
Sie definieren diese Schocks als unerwartete Änderungen der Fiskalpolitik, die Anleger dazu veranlassen, das Risiko von Staatsanleihen neu zu bewerten.
Um diese Schocks zu isolieren, nutzen die Forscher tägliche Renditedaten von Staats- und sicheren Unternehmensanleihen aus zwölf Volkswirtschaften.
Die Identifikationsstrategie basiert auf der Annahme, dass Anleger bei negativen Nachrichten über Staatsanleihen in hochwertige private Vermögenswerte umschichten.
Dies ermöglicht es, fiskalische Risikoschocks von anderen Faktoren wie Geldpolitik oder globaler Risikostimmung zu trennen und ihre spezifischen Effekte zu analysieren.
Steilere Kurven, fallende Aktien
Die Studie verwendet ein zweistufiges Lokale-Projektionen-Framework, um die Auswirkungen der identifizierten Schocks zu verfolgen.
Die Ergebnisse zeigen, dass Fiskalrisikoschocks stagflationäre Dynamiken auslösen: Die Inflation und Inflationserwartungen steigen sofort, während die Industrieproduktion nur vorübergehend zunimmt, bevor sie dauerhaft zurückgeht.
Die Renditekurven von Staatsanleihen versteilern sich, Wechselkurse werten ab und Aktienkurse fallen.
Diese Effekte sind nicht nur kurzlebig; höhere Anleiherenditen und Kreditkosten führen mittelfristig zu einer anhaltenden Verlangsamung der realen Wirtschaftstätigkeit und einem Rückgang der Aktienbewertungen.
Die Analyse berücksichtigt dabei länderspezifische Fixeffekte und makrofinanzielle Kontrollen, um die Robustheit der Ergebnisse zu gewährleisten.
Monetäre Glaubwürdigkeit zählt
Die Ergebnisse unterstreichen die kritische Rolle der Geldpolitik und des fiskalischen Spielraums.
Wenn die Geldpolitik akkommodierend bleibt, verstärken sich die inflationären und kontraktiven Effekte erheblich.
Dies deutet darauf hin, dass eine glaubwürdige und unabhängige Geldpolitik entscheidend ist, um die negativen Auswirkungen fiskalischer Spannungen abzufedern.
Die Studie liefert somit wichtige empirische Belege für die Interaktion zwischen Fiskal- und Geldpolitik und die Bedeutung der Finanzmärkte als Transmissionskanal.
Quelle: Financial and real effects of fiscal risk
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