Finanzstabilität begrenzt fiskalischen Spielraum von Staaten
Paradox: Finanzstabilität begrenzt den fiskalischen Spielraum von Staaten, selbst wenn konventionelle Indikatoren günstig erscheinen. Eine neue BIZ-Studie zeigt, dass die Kosten für Staatsanleihen von der Bilanzkapazität der Finanzintermediäre abhängen.
Vier Kanäle der Finanzamplifikation
Konventionelle Indikatoren für fiskalische Nachhaltigkeit berücksichtigen oft nicht die Rolle der Finanzintermediation und die prozyklischen Verhaltensweisen von Liquidität und Risiko.
Dieses Papier stellt ein analytisches Rahmenwerk vor, in dem die Kosten der Staatsverschuldung von der Bilanzkapazität der Finanzintermediäre abhängen.
Finanzielle Amplifikation kann eine endogen engere Schuldengrenze erzeugen, selbst ohne fiskalische Ermüdung oder explizites Ausfallrisiko.
Der fiskalische Spielraum wird zustandsabhängig.
Die Studie untersucht vier Mechanismen der finanziellen Amplifikation: den Bank-Staats-Nexus, 'Original Sin Redux', Duration-Matching durch langfristige Investoren und die Deleveraging in Repo-Märkten.
Warum konventionelle Modelle versagen
Seit der globalen Finanzkrise ist die Staatsverschuldung in vielen Volkswirtschaften stark angestiegen, begleitet von strukturellen Verschiebungen im globalen Finanzsystem.
Die Finanzintermediation verlagerte sich von Banken zu Nichtbanken-Finanzinstituten (NBFIs).
Diese NBFIs, insbesondere Hedgefonds, haben ihre globale Präsenz ausgebaut und halten diversifizierte Portfolios.
Ihre heterogenen Liquiditätsbedürfnisse und Risikomanagementstrategien können prozyklische Dynamiken verstärken und neue Kanäle der Finanzinstabilität einführen, die in traditionellen Analysen oft ignoriert werden.
Dies zeigt die Unzulänglichkeit konventioneller Indikatoren wie des Zins-Wachstums-Differenzials.
Ein Weckruf für die Fiskalpolitik
Dieses Papier verschiebt die Perspektive auf fiskalische Nachhaltigkeit grundlegend, indem es über einfache Schulden-BIP-Verhältnisse hinausgeht.
Es beleuchtet die kritische, oft übersehene Rolle der Finanzmarktdynamik und von Nichtbanken-Finanzinstituten bei der Bestimmung der Kreditaufnahmefähigkeit eines Staates.
Für Zentralbanken und Regulierer bedeutet dies, dass makroprudenzielle Maßnahmen stärker in die Fiskalpolitik integriert werden müssen, um unerwartete Schuldenkrisen zu vermeiden.
Quelle: Financial stability limits on fiscal space
IN: