KI-Nutzung in Unternehmen verbreitet, Wirkung noch gering
BIS Paper Read in English

KI-Nutzung in Unternehmen verbreitet, Wirkung noch gering

Eine neue internationale Studie zeigt: Obwohl 70 Prozent der Unternehmen KI nutzen, sind die Auswirkungen auf Beschäftigung und Produktivität bisher minimal. Deutliche Effekte werden erst in den nächsten drei Jahren erwartet, mit einer bemerkenswerten Diskrepanz zwischen den Erwartungen von Führungskräften und Mitarbeitern.

KI-Einsatz weit verbreitet, Wirkung noch gering

Die Studie, die fast 6.000 Führungskräfte in den USA, Großbritannien, Deutschland und Australien befragte, zeigt eine weite Verbreitung von Künstlicher Intelligenz.

Rund 70 Prozent der Unternehmen setzen aktiv KI ein, insbesondere jüngere und produktivere Firmen.

Auch unter Top-Managern nutzen über zwei Drittel KI, jedoch im Schnitt nur 1,5 Stunden pro Woche; ein Viertel berichtet von keiner Nutzung.

Trotz dieser Verbreitung ist der Einfluss von KI auf Beschäftigung und Produktivität in den letzten drei Jahren minimal geblieben.

Über 80 Prozent der Firmen verzeichnen keine Auswirkungen in diesen Bereichen.

Große Hoffnungen für die nächsten drei Jahre

Für die kommenden drei Jahre prognostizieren die Unternehmen jedoch erhebliche Auswirkungen.

Sie erwarten, dass KI die Produktivität um 1,4 Prozent steigert, den Output um 0,8 Prozent erhöht und die Beschäftigung um 0,7 Prozent reduziert.

Dies würde bis 2028 zu etwa 1,75 Millionen weniger Arbeitsplätzen in bestehenden Firmen führen.

Im Gegensatz dazu erwarten befragte Mitarbeiter einen Anstieg der Beschäftigung um 0,5 Prozent durch KI.

Diese Diskrepanz deutet auf eine erhebliche Erwartungslücke zwischen Führungskräften und Angestellten hin.

Der KI-Hype auf dem Prüfstand

Diese erste repräsentative internationale Studie liefert dringend benötigte empirische Daten zur realen KI-Adoption und ihren bisherigen Auswirkungen.

Sie entlarvt den Hype um sofortige, transformative Effekte und zeigt, dass die tatsächliche Wirkung oft erst mit Verzögerung eintritt.

Die deutliche Erwartungslücke zwischen Management und Mitarbeitern ist ein zentraler Befund, der für die zukünftige Arbeitsmarktpolitik von großer Relevanz sein wird.

Quelle: Firm Data on AI

IN: