Standardisiertes Rahmenwerk für Vorfallsberichte im Finanzsektor
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Standardisiertes Rahmenwerk für Vorfallsberichte im Finanzsektor

Der Finanzstabilitätsrat (FSB) legt mit FIRE ein standardisiertes Rahmenwerk für die Meldung operativer Vorfälle durch Finanzinstitute vor. Ziel ist die Verbesserung der regulatorischen Koordination und Stärkung der Finanzstabilität.

Fragmentierung überwinden, Koordination stärken

Die Meldung operativer Vorfälle ist ein zentrales Instrument für Finanzaufsichtsbehörden, um Störungen bei regulierten Instituten zu überwachen.

Bisher haben sich die Meldeansätze jedoch unabhängig voneinander entwickelt, was zu fragmentierten Anforderungen und Koordinationsproblemen über Jurisdiktionen hinweg führte.

Das vom Finanzstabilitätsrat (FSB) entwickelte Format für Incident Reporting Exchange (FIRE) adressiert diese Ineffizienz.

Es fördert gemeinsame Informationselemente und Anforderungen, um die regulatorische Koordination bei der Reaktion auf Vorfälle zu verbessern und so die Finanzstabilität zu stärken.

FIRE standardisiert die erforderlichen Informationen und umfasst alle operativen Vorfälle, nicht nur Cyber-Vorfälle, die Finanzinstitute den Behörden melden.

Modulares Design für flexible Anpassung

FIRE fördert die Harmonisierung durch einen gemeinsamen Satz von 87 Informationspunkten, wovon 39 optional sind.

Sein flexibles, modulares Design ermöglicht es Behörden, das Rahmenwerk vollständig oder teilweise zu übernehmen und an lokale Gegebenheiten anzupassen.

Dies schafft ein Gleichgewicht zwischen globaler Konvergenz und operativen Realitäten.

Die FIRE-Meldung ist in vier Hauptabschnitte gegliedert: Meldedetails, die die beteiligten Entitäten identifizieren; Vorfallsdetails, die das Geschehen beschreiben; Folgenabschätzung, die die Schwere und Auswirkungen bewertet; und Vorfallsabschluss, der Ursachen und Abhilfemaßnahmen dokumentiert.

Überfällig, aber nicht revolutionär

FIRE ist ein überfälliger Schritt zur dringend benötigten Harmonisierung im fragmentierten Finanzsektor.

Obwohl es Flexibilität bietet, könnte die tatsächliche globale Akzeptanz durch die Komplexität der lokalen Implementierung gebremst werden.

Die bereitgestellten Tools sind zwar hilfreich, doch der Erfolg hängt maßgeblich von der Bereitschaft der nationalen Aufsichtsbehörden zur echten Standardisierung ab.