Elderson: Finanzsysteme müssen KI-Resilienz stärken
Frank Elderson von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) betont die Notwendigkeit, die operationelle Resilienz von Finanzinstitutionen angesichts des Aufkommens künstlicher Intelligenz zu stärken. Er warnt vor neuen Risiken, die durch den Einsatz von KI entstehen und eine proaktive Anpassung erfordern.
KI verändert Risikolandschaft
Die rasante Entwicklung und Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in Finanzdienstleistungen stellt die operationelle Resilienz vor fundamentale Herausforderungen.
BIZ-Vizedirektor Frank Elderson hob hervor, dass KI-Systeme zwar Effizienzgewinne versprechen, aber auch neue, komplexe und schwer vorhersehbare Risikovektoren einführen.
Dazu gehören die Abhängigkeit von externen Anbietern, die Intransparenz von Algorithmen ("Black-Box-Problem") und die potenzielle Geschwindigkeit, mit der sich Fehler oder Cyberangriffe systemweit ausbreiten können.
Elderson betonte, dass Finanzinstitute ihre Fähigkeit, Störungen zu widerstehen, sich anzupassen und sich schnell zu erholen, grundlegend überdenken müssen.
Dies erfordere nicht nur technologische Upgrades, sondern auch eine tiefgreifende kulturelle Veränderung und eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Geschäftsbereichen.
Die traditionellen Ansätze zur Risikobewertung und -minderung seien oft nicht ausreichend, um die dynamischen und vernetzten Risiken der KI-Ära effektiv zu managen, was eine ganzheitliche Strategie unabdingbar mache.
Regulierer müssen Rahmenwerke anpassen
Elderson unterstrich, dass auch die Aufsichtsbehörden ihre Rolle und Instrumente anpassen müssen, um mit der Geschwindigkeit der KI-Entwicklung Schritt zu halten.
Bestehende regulatorische Rahmenwerke für operationelle Resilienz, wie sie beispielsweise vom Basler Ausschuss entwickelt wurden, bieten eine solide Grundlage, müssen aber spezifisch für KI-Risiken erweitert werden.
Dies beinhaltet die Entwicklung von Leitlinien für den sicheren und ethischen Einsatz von KI, die Förderung von Transparenz bei KI-Modellen und die Stärkung der Daten-Governance.
Eine effektive Aufsicht erfordere zudem den Aufbau von Fachwissen bei den Regulierern selbst, um die komplexen Technologien verstehen und bewerten zu können.
Die grenzüberschreitende Natur von KI-Anwendungen mache auch eine verstärkte internationale Kooperation zwischen den Aufsichtsbehörden unerlässlich, um Fragmentierung zu vermeiden und globale Standards zu etablieren.
Vorausschauend, aber mit Tücken
Elderson spricht ein zentrales, oft unterschätztes Thema für die Finanzstabilität an.
Die Forderung nach robusterer Resilienz ist angesichts der rasanten KI-Entwicklung absolut zeitgemäß und notwendig.
Doch die praktische Umsetzung in der Breite der Finanzinstitute bleibt eine immense Herausforderung, da die Technologie schneller voranschreitet als die Regulierung.