Villeroy de Galhau: Drei Säulen für globale Währungsstabilität
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Villeroy de Galhau: Drei Säulen für globale Wäh­rungs­sta­bi­li­tät

Die internationale Währungslandschaft wird durch technologische und geopolitische Umbrüche neu geordnet. Banque de France Gouverneur François Villeroy de Galhau skizziert drei Ziele – Souveränität, Nahtlosigkeit und Stabilität – für ein widerstandsfähiges System.

Tokenisierung und Geopolitik formen die Zukunft

Die internationale Währungslandschaft wird von zwei großen Umbrüchen geprägt: einer schnellen technologischen und einer langsamen geopolitischen Entwicklung.

Die Tokenisierung, insbesondere von Stablecoins, kann die End-to-End-Transaktionsausführung beschleunigen und Kosten senken.

Während USD-gestützte Stablecoins die Zentralität des US-Dollars verstärken könnten – mit einer prognostizierten Marktkapitalisierung zwischen 500 Mrd. und 2 Bio. US-Dollar bis 2028 –, könnten Innovationen auch die Rolle des US-Dollars schwächen und eine Multipolarität fördern.

Geopolitisch bleibt der US-Dollar dominant, doch jüngste US-Politiken wie Angriffe auf die Fed-Unabhängigkeit, fiskalische Bedenken und Zölle untergraben das Vertrauen.

Dies führt zu einer allmählichen Diversifizierung: Der Anteil des US-Dollars an den offiziellen Währungsreserven sank zwischen Q2 2020 und Q2 2025 um 5 Prozentpunkte.

Die Angst vor einer 'Waffenisierung' des US-Dollars treibt zudem die Entwicklung alternativer Zahlungssysteme voran.

Souveränität sichern, Fragmentierung vermeiden

Villeroy de Galhau schlägt ein 'Kompatibilitätsdreieck' aus Souveränität, Nahtlosigkeit und Stabilität vor.

Die Wahrung der monetären Souveränität ist entscheidend, um die Rolle des Zentralbankgeldes im digitalen Zeitalter zu sichern.

Das Eurosystem plant einen digitalen Euro für die Öffentlichkeit (Pilot ab 2027, Start 2029) und eine Wholesale-CBDC für den Interbankenmarkt (Pilot bis Ende 2026).

Projekte wie Pontes und Appia entwickeln hierfür neue Infrastrukturen.

Die Nahtlosigkeit der Zahlungssysteme soll monetäre Fragmentierung verhindern.

Zentralbanken fördern die Verknüpfung schneller Zahlungssysteme (FPS) wie TIPS mit Indien und der Schweiz sowie multilateral über das BIS Project Nexus.

Auch geteilte Ledger für tokenisiertes Geschäftsbankengeld und CBDCs werden im BIS Project Agora erforscht.

Mehr Stabilität durch Multipolarität?

Die dritte Säule ist die globale Finanzstabilität in einem multipolaren und digitalisierten Währungssystem.

Stablecoin-Märkte bergen Risiken wie De-Pegging und könnten die traditionellen Geldfunktionen entbündeln, was zu Marktkonzentration führen kann.

Eine stärkere Multipolarität könnte jedoch auch zu mehr Stabilität führen, indem sie das moderne Triffin-Dilemma entschärft und die Notwendigkeit eines euro-denominierten sicheren Vermögenswerts unterstreicht.