Villeroy de Galhau analysiert Währungslandschaft: Risiken und Chancen
François Villeroy de Galhau, Gouverneur der Banque de France, beleuchtet am 3. Februar in einer Rede bei der BIZ die Umbrüche im internationalen Währungssystem. Er diskutiert dabei sowohl potenzielle Bedrohungen als auch neue Chancen für die globale Finanzarchitektur.
Globale Machtverschiebungen und digitale Währungen
François Villeroy de Galhau betonte in seiner Rede die tiefgreifenden Veränderungen im internationalen Währungssystem.
Er hob hervor, dass die multipolare Weltordnung und der Aufstieg neuer Wirtschaftsmächte die Dominanz etablierter Währungen herausfordern.
Gleichzeitig beschleunige die Digitalisierung die Entwicklung von Zentralbank-Digitalwährungen (CBDCs) und Stablecoins, was neue Möglichkeiten für effizientere grenzüberschreitende Zahlungen eröffne.
Diese Entwicklungen erforderten eine Neubewertung der globalen Finanzarchitektur und der Rolle des US-Dollars, dessen Status als Leitwährung zwar robust bleibe, aber nicht als selbstverständlich angesehen werden dürfe.
Die BIZ spiele eine zentrale Rolle bei der Analyse dieser Dynamiken und der Förderung internationaler Standards.
Stabilitätsrisiken und die Rolle der Kooperation
Die Umbrüche bergen laut Villeroy de Galhau erhebliche Risiken für die Finanzstabilität.
Er warnte vor einer möglichen Fragmentierung des globalen Finanzsystems, erhöhten Cyberrisiken und der Gefahr eines Verlusts der monetären Souveränität durch private digitale Währungen.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, sei eine verstärkte internationale Zusammenarbeit unerlässlich.
Die BIZ und andere multilaterale Institutionen müssten Plattformen für den Dialog bieten und gemeinsame Regulierungsrahmen entwickeln.
Nur so könne sichergestellt werden, dass die Innovationen im digitalen Währungsbereich die Stabilität fördern und nicht untergraben.
Chance zur Neuausrichtung, aber mit Hürden
Die Rede von Villeroy de Galhau verdeutlicht, dass die aktuellen Transformationen mehr als nur Anpassungen erfordern – sie sind eine Chance zur strategischen Neuausrichtung.
Während die Potenziale digitaler Währungen für Effizienzgewinne unbestreitbar sind, bleiben die regulatorischen und geopolitischen Hürden enorm.
Ein proaktives Management dieser Veränderungen ist entscheidend, um die Versprechen zu realisieren und die Bedrohungen für die globale Finanzstabilität abzuwenden.