Villeroy: EU-China-Beziehung unter Druck
Banque de France Gouverneur Villeroy de Galhau analysiert die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Europa und China. Er betont die Notwendigkeit, wachsende globale Ungleichgewichte durch koordinierte Maßnahmen zu adressieren.
Von gegenseitigem Nutzen zu Ungleichgewicht
Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU und China haben sich in den letzten Jahrzehnten erheblich vertieft, mit einem Handelsvolumen von über 860 Milliarden US-Dollar jährlich.
China ist der führende Warenlieferant der EU und ihr viertgrößter Kunde.
Diese Integration, die durch 13.000 europäische und über 3.000 chinesische Unternehmen gestützt wird, führte lange zu beidseitigen Vorteilen in Entwicklung und Produktion.
Jüngste Schocks wie die Covid-Krise und geopolitische Spannungen im Nahen Osten offenbarten jedoch die Anfälligkeit hochintegrierter Lieferketten und die Abhängigkeit von Energiepreisen.
Villeroy de Galhau hebt die Rolle des Network for Greening the Financial System (NGFS), mit der Banque de France und der People's Bank of China als Gründungsmitglieder, hervor, das die grüne Finanzkooperation fördert.
Trotz der Vorteile ist die Verteilung der Gewinne zunehmend ungleich, was sich im stark gestiegenen EU-Handelsdefizit bei Gütern zeigt.
Globale Ungleichgewichte als Spiegelbild
Die Ungleichgewichte in den EU-China-Beziehungen spiegeln eine breitere Wiederzunahme globaler makroökonomischer Ungleichgewichte wider.
Im Jahr 2025 verzeichneten die USA ein Leistungsbilanzdefizit von 3,6 Prozent des BIP, während Chinas Überschuss auf 3,8 Prozent stieg und die Eurozone bei 1,7 Prozent lag.
Diese Ungleichgewichte entstehen durch unausgewogene Wachstumsmodelle: hohe fiskalische Defizite in den USA, schwacher Haushaltskonsum in China und hohe Ersparnisse bei unzureichenden Investitionen in Europa.
Diese Situation birgt erhebliche Risiken für die Weltwirtschaft, wie Handelsspannungen und finanzielle Instabilität.
Die französische G7-Präsidentschaft priorisiert daher koordinierte Maßnahmen zur Reduzierung dieser Ungleichgewichte.
Gemeinsame Verantwortung, geteilte Last
Villeroy de Galhau unterstreicht die Dringlichkeit einer koordinierten globalen Anpassung, um die wachsenden Ungleichgewichte zu reduzieren.
Die Analyse zeigt klar auf, dass einseitige Maßnahmen wie Zölle keine Lösung sind, sondern nur eine gemeinsame Anstrengung von Defizit- und Überschussländern.
Ohne gleichzeitiges Handeln drohen globale Instabilität und ein Rückgang der Nachfrage, was die Notwendigkeit eines engen Dialogs unterstreicht.