BIS-Studie: Illegale Zahlungen erfordern einheitliche Krypto-Regeln
BIS Paper Read in English

BIS-Studie: Illegale Zahlungen erfordern einheitliche Krypto-Regeln

Eine neue Studie der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) analysiert die Wirksamkeit von AML/CFT-Regimen über verschiedene Zahlungsinstrumente hinweg. Sie fordert einen konsistenten Regulierungsansatz für Bargeld, Bankkonten und Krypto-Assets, um illegale Zahlungen zu bekämpfen.

Der Wasserbett-Effekt illegaler Zahlungen

Die Studie führt ein konzeptionelles Rahmenwerk ein, um die Auswirkungen von AML/CFT-Regularien zu bewerten, wobei der Fokus auf Designunterschieden und der Rolle von Intermediären liegt.

Sie berücksichtigt regulatorische Arbitrage und Verhaltensreaktionen auf AML/CFT-Anforderungen, die Privatsphäre und Wahlfreiheit einschränken.

Die Autoren identifizieren einen „Wasserbett-Effekt“: Werden illegale Zahlungen in einem Bereich erschwert, verlagern sie sich in weniger überwachte Kanäle.

Dies erfordert einen ganzheitlichen, instrumentenübergreifenden Ansatz (lex generalis), ergänzt durch maßgeschneiderte, instrumentspezifische Maßnahmen (lex specialis).

Ein Fallbeispiel der EU-Regulierungsänderungen für Kryptowerte (MiCAR) und den digitalen Euro unterstreicht diese Dynamik.

Von Bargeld zu Krypto: Eine Regulierungsgeschichte

Technologische Innovationen haben die Palette der Zahlungsinstrumente erweitert, von Bargeld und Bankeinlagen bis hin zu Kryptowerten und digitalen Zentralbankwährungen (CBDC).

Diese Vielfalt fördert Wettbewerb und Inklusion, birgt aber auch Risiken für Geldwäsche (ML) und Terrorismusfinanzierung (TF).

Seit 1990 entwickelt die Financial Action Task Force (FATF) Empfehlungen zur Bekämpfung des Missbrauchs des Finanzsystems.

Trotz dieser Bemühungen werden aufkommende Zahlungsinstrumente wie Stablecoins und andere Kryptowerte weiterhin genutzt, um AML/CFT-Regeln zu umgehen, was eine ständige Anpassung der Rahmenwerke erfordert.

Balanceakt zwischen Privatsphäre und Integrität

Die BIZ-Studie verdeutlicht die Dringlichkeit eines konsistenten AML/CFT-Ansatzes angesichts der rasanten Entwicklung digitaler Zahlungsmittel.

Eine fragmentierte Regulierung schafft Anreize für illegale Aktivitäten und untergräbt die Integrität des Finanzsystems.

Für Aufsichtsbehörden bedeutet dies, proaktiv auf Innovationen zu reagieren, um Schlupflöcher zu schließen und gleichzeitig die Privatsphäre zu wahren.