Makhlouf skizziert Europas Prioritäten für Resilienz und Wandel
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Makhlouf skizziert Europas Prioritäten für Resilienz und Wandel

Gabriel Makhlouf, Gouverneur der irischen Zentralbank, betonte in einer Rede die Notwendigkeit, Europas Resilienz angesichts geopolitischer und wirtschaftlicher Umwälzungen zu stärken. Er stellte am 10. Februar 2026 in Dublin die Prioritäten für das kommende Jahr vor.

Geopolitische Umwälzungen und wirtschaftlicher Wandel

In seiner Rede vor den EU-Missionsleitern in Dublin zeichnete Gabriel Makhlouf, Gouverneur der irischen Zentralbank, ein Bild einer Welt im rapiden Wandel.

Er verwies auf ein geopolitisches Umfeld, das von erheblichen Belastungen und Komplexität geprägt ist, sowie auf den Aufstieg des Wirtschaftsnationalismus und von Handelsstreitigkeiten.

Makhlouf betonte die Verschiebung von Kooperation zu Wettbewerb und deren Auswirkungen auf die Fähigkeit, die großen strukturellen Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen.

Globale Pandemien, die Rückkehr des Krieges nach Europa, der rasche Fortschritt der künstlichen Intelligenz und der Beginn einer sich wandelnden internationalen Ordnung – all dies sei vor einem Jahrzehnt undenkbar gewesen und erfordere nun eine entschlossene Reaktion.

Diese tiefgreifenden Veränderungen beschleunigten sich und einige der damit verbundenen Risiken kristallisierten sich bereits heraus, wie extreme Wetterereignisse und globale Konflikte im Jahr 2026 zeigten.

Vor diesem Hintergrund müssten die Mitgliedstaaten und ihre Institutionen für ihre Bürger liefern und sich an die schnell wandelnde und herausfordernde Welt anpassen.

Makhlouf reflektierte, was dies für die nationale Politik, für Europa und für die irische Zentralbank bedeutet.

Irlands Weg zur wirtschaftlichen Stärke

Makhlouf betonte die dringende Notwendigkeit, die wirtschaftliche Resilienz Irlands zu stärken.

Trotz der Widerstandsfähigkeit der irischen Wirtschaft in den letzten Jahren gebe es Herausforderungen wie eine konzentrierte Steuerbasis und Defizite bei der Infrastruktur.

Die heimische Wirtschaftspolitik sollte sich auf Prioritäten wie die Steigerung der Angebotskapazität, die Stärkung des einheimischen Unternehmenssektors, den Aufbau fiskalischer Puffer und die Unterstützung der Haushaltsresilienz konzentrieren.

Zudem sei die Entwicklung neuer multilateraler Handelsregeln essenziell.

Makhlouf hob hervor, dass makroökonomische Stabilität, erreicht durch angemessene Geld-, Fiskal- und Regulierungspolitik, eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Wirtschaft sei.

Die Geldpolitik müsse sich weiterhin resolut auf die Preisstabilität im Euroraum konzentrieren und auf die Inflationsaussichten reagieren.

Ein Weckruf für Europas Handlungsfähigkeit

Makhloufs Rede ist ein klarer Aufruf an Europa, seine Stärken zu nutzen und sich auf strategische Ziele zu konzentrieren.

Die identifizierten Handlungsfelder – Binnenmarkt, Kapitalmarktunion und Produktivität – sind zwar bekannt, doch die Umsetzung bleibt eine Herkulesaufgabe.

Es wird entscheidend sein, ob die Mitgliedstaaten bereit sind, 'heilige Kühe zu schlachten', um echte Fortschritte zu erzielen.