Sejko: Geld ist Vertrauen – 100 Jahre albanische Währung und Staatsbildung
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Sejko: Geld ist Vertrauen – 100 Jahre albanische Währung und Staatsbildung

Bank von Albanien Gouverneur Gent Sejko würdigt in Prishtina 100 Jahre albanische Nationalwährung und die Gründung der Zentralbank. Er betont die symbolische Bedeutung des Geldes als auf Vertrauen basierender Gesellschaftsvertrag und als Spiegel der nationalen Identität.

Geld als Spiegel von Vertrauen und Identität

Gouverneur Gent Sejko würdigte in Prishtina den hundertsten Jahrestag der Einführung der ersten albanischen Nationalwährung im Jahr 1926. Er betonte die tiefe symbolische Bedeutung dieses Ereignisses für die monetäre und staatliche Geschichte Albaniens.

Die Geschichte, die sich durch Geld offenbart, sei die kollektive Erzählung aller Albaner, wo immer sie leben.

Die Ausstellung 'Money Talks' lädt dazu ein, Währungen und Banknoten nicht nur als Tauschmittel zu betrachten, sondern als Träger von Symbolen, Erbe und Identität.

Sejko hob hervor, dass Geld vor allem ein Gesellschaftsvertrag ist, der auf Vertrauen basiert.

Für eine funktionierende Währung sei das Vertrauen der Bürger entscheidend, dass sie ihren Wert bewahrt und von starken Institutionen gestützt wird.

Die Geschichte des Geldes sei somit untrennbar mit der Geschichte des öffentlichen Vertrauens, des Staates und der Wirtschaft verbunden.

Die Ausstellung beleuchtet diese Reise als institutionelle Geschichte und als Geschichte des Alltags, die zeigt, wie die Nation trotz Schwierigkeiten Stabilität und Wohlstand anstrebte.

Von Goldstandard zu Preisstabilität und EU-Integration

Die Geschichte der Zentralbank und der albanischen Währung spiegelt die Entwicklung der Nation durch verschiedene Epochen wider, geprägt von politischen und wirtschaftlichen Veränderungen.

Die Bank von Albanien agierte unter diversen monetären Regimen, vom Goldstandard bis zu modernen Rahmenwerken der Preisstabilität.

Die Ausstellung beleuchtet auch die frühe Tätigkeit der Nationalbank in Städten Kosovos in den 1940er Jahren, basierend auf umfangreichem Archivmaterial.

Gouverneur Sejko hob die Vision von Ismail Qemal Vlora hervor, der die Zentralbank als 'Basiszelle' des nationalen Wiederaufbaus sah.

Er betonte zudem die wachsende Bedeutung von Finanzkompetenz und die Rolle der Zentralbanken, durch Bildungsprogramme und Ausstellungen den öffentlichen Dialog zu fördern.

Die Kernmission einer Zentralbank sei es, Stabilität zu sichern und das Vertrauen zu wahren, was sich direkt auf das Leben der Bürger auswirkt.

Albaniens heutige Ausrichtung auf die Europäische Union, inklusive der Integration in SEPA, unterstreicht dieses Streben nach Stabilität und Wohlstand.