De Cos warnt vor Inflationsschub und Finanzrisiken
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De Cos warnt vor Inflationsschub und Finanzrisiken

Der Nahostkonflikt birgt erhebliche Inflationsrisiken, während die Finanzmärkte durch Staatsverschuldung und Non-Bank-Finanzinstitute verwundbar bleiben. Dies betonte BIS-Generaldirektor Pablo Hernández de Cos in einem Interview mit The Nikkei.

Inflationsrisiken durch Nahostkonflikt

Der globale Wirtschaftsausblick hat sich durch den Nahostkonflikt eingetrübt.

BIS-Generaldirektor Pablo Hernández de Cos warnt vor Störungen der Öl- und Gasversorgung, die Inflation nach oben treiben und das Wachstum dämpfen könnten.

Im Gegensatz zu den 1970er Jahren verfügen Zentralbanken heute über eine starke Glaubwürdigkeit, was eine Reaktion auf temporäre Angebotsschocks erleichtern würde.

Sollte der Schock jedoch anhalten oder Inflationserwartungen destabilisieren, müssten Zentralbanken bereit sein zu handeln.

Besondere Aufmerksamkeit gelte den Inflationserwartungen und der Fiskalpolitik: Breite und anhaltende fiskalische Stimuli könnten die Inflationsrisiken erheblich steigern und die Arbeit der Zentralbanken erschweren.

Verwundbarkeiten in Staatsanleihen und Privatkrediten

Langanhaltende Störungen an den Energiemärkten könnten weitreichende Folgen für die Weltwirtschaft haben und ernste Risiken für die Finanzstabilität bergen.

De Cos hob die wachsenden Fragilitäten an den Staatsanleihenmärkten hervor, wo die öffentliche Verschuldung weltweit stark zugenommen hat und zunehmend über Non-Bank-Finanzinstitute (NBFIs) wie hoch gehebelte Hedgefonds abgewickelt wird.

Ein plötzlicher Stimmungsumschwung, etwa bei einer Enttäuschung über die KI-Entwicklung oder den Nahostkonflikt, könnte zu abrupten Marktkorrekturen führen.

Auch der schnell wachsende, aber intransparente Privatkreditmarkt, insbesondere in den USA und Europa, sowie die hohe Vernetzung im KI-Sektor werden genau beobachtet.

Stablecoins: Potenzial und ernste Risiken

Stablecoins bieten Vorteile wie schnellere grenzüberschreitende Zahlungen, bergen aber erhebliche Risiken.

Da sie nicht in Zentralbankgeld abgewickelt werden, können sie in Krisenzeiten die Konvertibilität zum Nennwert nicht garantieren.

Zudem fördern sie durch ihre Funktionsweise auf öffentlichen, permissionless DLT-Netzwerken illegale Aktivitäten und stellen makroökonomische Herausforderungen dar.