Globale KI-Giganten: USA und China dominieren Lieferketten und Märkte
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Globale KI-Giganten: USA und China dominieren Lieferketten und Märkte

Eine neue BIZ-Studie zeigt, dass die größten KI-Unternehmen weltweit, insbesondere aus den USA und China, ihre Dominanz in der gesamten Lieferkette ausbauen. Sie vereinen einen wachsenden Anteil an Marktkapitalisierung, Investitionen und Umsätzen.

Skaleneffekte formen KI-Giganten

Künstliche Intelligenz (KI) wird nicht über einen einzigen Markt bereitgestellt, sondern über eine komplexe Lieferkette aus mindestens fünf Schichten: Rechenleistung, Infrastruktur, Daten-Tools, Modelle und Anwendungen.

Der Aufbau dieser Schichten erfordert hohe Vorabinvestitionen, wobei die Stückkosten mit zunehmender Skalierung sinken können.

Zudem belohnt die KI-Ökonomie die Integration über verschiedene Schichten hinweg, da Firmen von Komplementaritäten profitieren.

Diese Skalen- und Verbundeffekte begünstigen die Entstehung großer KI-Unternehmen.

Nur wenige der weltweit größten KI-Firmen verfügen über die Ressourcen für massive Investitionen und die Breite, um über mehrere Schichten der Lieferkette hinweg zu agieren.

Diese Firmen gewinnen makroökonomisches Gewicht und bestimmen das Tempo der Gesamtinvestitionen, die Richtung der Forschung und Entwicklung sowie die Zugangsbedingungen zu kritischen Inputs.

Ihre Entscheidungen haben erhebliche Auswirkungen auf makroökonomische Ergebnisse.

Wachsender Fußabdruck in Wirtschaft und Märkten

Die größten KI-Unternehmen haben in vielen Jurisdiktionen makroökonomische Bedeutung erlangt.

Bis Ende 2025 machten die Top 20 börsennotierten globalen KI-Firmen 30 bis 40 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung in den USA, Chinesisch-Taipeh, Korea und den Niederlanden aus.

In China lag dieser Anteil bei etwa 10 Prozent, beeinflusst durch regulatorische Reformen.

Auch in der Realwirtschaft wächst der Fußabdruck der KI-Giganten: Ende 2024 entfielen auf sie 26 Prozent der gesamten Investitionsausgaben in Korea und 21 Prozent in den USA.

Ihr Anteil am Gesamtumsatz reichte von 12 Prozent in Korea bis 11 Prozent in den USA.

Diese Entwicklungen zeigen die zentrale Rolle der KI-Giganten bei der Gestaltung von Nachfrage, Produktivität und Strukturwandel.

Machtkonzentration mit Folgen

Die Studie der BIZ beleuchtet eindringlich die wachsende Machtkonzentration im KI-Sektor.

Die Dominanz weniger globaler Akteure birgt erhebliche Risiken für Wettbewerb und Innovation, da sie die Zugangsbedingungen zu Schlüsseltechnologien diktieren können.

Dies erfordert eine vorausschauende Regulierung, um Monopolstrukturen zu verhindern und die breite Verteilung des KI-Potenzials zu sichern.

Quelle: Global giants in the AI supply chain

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