Pensionsfonds: Weniger Anleihen, mehr Fonds durch Zinsrückgang
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Pensionsfonds: Weniger Anleihen, mehr Fonds durch Zinsrückgang

Pensionsfonds weltweit haben ihre Anlagestrategie grundlegend geändert: Sie reduzieren Anleihen zugunsten von Investmentfonds und alternativen Anlagen. Eine neue BIZ-Studie sieht sinkende Zinsen als Haupttreiber dieser Entwicklung mit Folgen für die Schuldenmärkte.

Das große Umschichten der Pensionsfonds

Der Pensionssektor, ein wichtiger Investor an den globalen Finanzmärkten und Hauptgläubiger von Staats- und Unternehmensschulden, hat seine Vermögensallokation strukturell verändert.

Eine Studie der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zeigt, dass Pensionsfonds weltweit von festverzinslichen Wertpapieren zu Investmentfondsanteilen und alternativen Anlagen wie Private Equity und Immobilien umschichten.

In den USA sank der Anteil festverzinslicher Wertpapiere von fast 40 Prozent in den frühen 1980er Jahren auf rund 10 Prozent im Jahr 2023, während der Anteil an Investmentfonds auf fast 30 Prozent stieg.

In fortgeschrittenen europäischen Volkswirtschaften fiel der Anleihenanteil von 35 Prozent auf unter 20 Prozent, in Schwellenländern von 80 Prozent auf 50 Prozent.

Dieser Rückgang betrifft sowohl öffentliche als auch private Schuldtitel.

Die Suche nach Rendite

Die BIZ-Studie hypothesiert, dass der globale Zinsrückgang die Umschichtung antreibt.

Sinkende Renditen festverzinslicher Wertpapiere nach der globalen Finanzkrise und Covid-19 zwangen Pensionsfonds, andere Anlagen zu suchen, um Performanceziele zu erreichen.

Empirisch korrelieren fallende Renditen lokaler Staatsanleihen mit einem geringeren Anleihenanteil und einem höheren Anteil an Investmentfonds und ausländischen Vermögenswerten.

Pensionsfonds in fortgeschrittenen Volkswirtschaften verschieben aggressiver in ausländische Assets, getrieben von der 'Suche nach Rendite'.

Der Wandel von Defined Benefit (DB) zu Defined Contribution (DC) Plänen verstärkt zudem die Marktabhängigkeit der Anlageentscheidungen.

Stabile Hände werden wackelig

Die Umschichtung hat wichtige Implikationen für Schuldenmärkte und Finanzstabilität.

Pensionsfonds als stabile Langfristanleger werden durch volatilere Investmentfonds ersetzt, was die Kreditkosten beeinflussen könnte.

Für die Fonds selbst bedeutet dies riskantere, weniger liquide Strategien, die bei Liquiditätsengpässen Notverkäufe auslösen könnten.

Quelle: Global pension asset allocations and debt markets

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