BoJ-Vorstand Takata: Japans Wirtschaft vor Preisanstiegen
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BoJ-Vorstand Takata: Japans Wirtschaft vor Preisanstiegen

Hajime Takata, Mitglied des Policy Board der Bank of Japan, sieht Japans Wirtschaft an einem Wendepunkt. Trotz anfänglicher Sorgen um US-Zölle erwartet er eine Erholung und zunehmenden Inflationsdruck, getragen von Lohnwachstum und KI-Investitionen.

Globale Erholung und Japans Lohn-Boom

Die Weltwirtschaft wächst moderat, wobei der Internationale Währungsfonds (IWF) seine globale Wachstumsprognose im Januar 2026 nach oben korrigierte.

Trotz der US-Zollpolitik der Trump-Administration, die im April 2025 eingeführt wurde, war der tatsächliche Einfluss begrenzt.

Die Federal Reserve senkte ihre Leitzinsen im September, Oktober und Dezember 2025.

Gleichzeitig bleiben Löhne und Einkommen robust, und KI-Investitionen auf hohem Niveau.

In Japan zeigen sich ebenfalls positive Entwicklungen: Die Unternehmensgewinne für das Geschäftsjahr 2025 werden auf hohem Niveau prognostiziert, und die Lohnsteigerungen für 2026 dürften ähnlich hoch ausfallen wie in den Vorjahren.

Damit etabliert sich eine neue Lohnnorm.

Der Verbraucherpreisindex (VPI) ohne frische Lebensmittel liegt seit April 2022 bei oder über 2 Prozent, angetrieben durch steigende Lebensmittelpreise.

Takata betont, dass die Inflation in Japan zunehmend von binnenwirtschaftlichen Faktoren getragen wird.

Vom 'Nordwind' zur 'Sonne': Globale Politikwende

Takata beschreibt einen Wandel in der US-Politik von einem „Nordwind“-Ansatz (Druck durch Zölle) zu einer „Sonne“-Politik (Überzeugung durch Steuersenkungen und Deregulierung), die sich positiv auf das Wachstum auswirkt.

Weltweit haben Zentralbanken 2025 ihre Leitzinsen synchron gesenkt, ähnlich wie 2020.

Diese expansive Geld- und Fiskalpolitik, kombiniert mit dem globalen KI-Boom, dürfte die weltweite Wirtschaftsaktivität ankurbeln.

Takata bewertet die Auswirkungen der US-Zölle auf Japan als geringer als erwartet: Die Unternehmensinvestitionen blieben stabil, die globalen Wachstumsprognosen wurden angehoben, und die Unternehmensgewinne in Japan zeigten sich resilient.

Selbst eine mögliche Yen-Aufwertung blieb aus, da die US-Wirtschaft trotz Fed-Zinssenkungen widerstandsfähig blieb.

Die Federal Reserve pausierte ihre Zinssenkungen im Januar 2026.

Deflationsangst gebannt, Fokus auf Preisauftrieb

Takata sieht die Deflationsgefahr in Japan endgültig gebannt, da positive Entwicklungen im Inland anhalten und externe Handelshemmnisse ihren Schrecken verloren haben.

Die Wirtschaft sei an einem Punkt, an dem das Preisstabilitätsziel nahezu erreicht ist.

Daher müsse sich der Fokus 2026 verstärkt auf potenzielle Preisauftriebe richten, um voreilige Lockerungen zu vermeiden.