Fiskalimpulse: Lineare Modelle überschätzen Effekte stark
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Fiskalimpulse: Lineare Modelle überschätzen Effekte stark

Eine neue Studie der BIS und Federal Reserve Bank of Minneapolis zeigt, dass lineare Modelle die Effekte von Fiskalstimuli in Modellen mit heterogenen Agenten (HANK) erheblich überschätzen. Größere Transfers verschieben Haushalte aus Regionen mit hoher Konsumneigung, was die aggregierte Konsumreaktion dämpft.

Konsumneigung: Nicht-Linearitäten verzerren Effekte

In plausibel kalibrierten Modellen mit heterogenen Agenten (HA) sind die marginalen Konsumneigungen (MPCs) stark nicht-linear in Bezug auf das Vermögen und fallen abrupt abseits von Kreditbeschränkungen.

Größere fiskalische Transfers verschieben Haushalte aus Regionen mit hoher MPC, was die aggregierte Konsumreaktion stark konkav in ihrer Größe macht.

Lineare Methoden überschätzen daher die Effekte von Fiskalstimuli bei empirisch relevanten Größen erheblich.

Dies liegt daran, dass größere Transfers Haushalte über Knicke in ihren Konsumfunktionen bewegen, wodurch lokale Ableitungen jeder Ordnung unzuverlässig werden.

Grenzen linearer Methoden bei Fiskalpolitik

Ein Großteil der jüngsten Literatur hat HA-Modelle mit verschiedenen Formen von Methoden erster Ordnung analysiert, wie dem „Sequence Space Jacobian“ (SSJ).

Diese Methoden approximieren nicht-lineare Gleichgewichte gut, wenn Politik-Innovationen und exogene Störungen klein sind.

Die Autoren argumentieren jedoch, dass für gängige fiskalische Interventionen „klein“ tatsächlich sehr klein ist – viel kleiner als viele der aggregierten Schocks und Interventionen, die Makroökonomen aufgrund realer Erfahrungen untersuchen wollen.

Die Effekte fiskalischer Stimuli werden maßgeblich durch Abweichungen von der Ricardianischen Äquivalenz getrieben, die wiederum von hohen MPCs abhängen.

Ein Weckruf für die Modellierung

Diese Erkenntnisse stellen die Verlässlichkeit vieler etablierter makroökonomischer Modelle in Frage.

Sie legen nahe, dass Politikempfehlungen, die auf linearen Approximationen fiskalischer Stimuli basieren, die tatsächlichen ökonomischen Auswirkungen systematisch falsch einschätzen könnten.

Für die Praxis bedeutet dies eine dringende Neubewertung der Schätzungen für fiskalische Maßnahmen und ihrer potenziellen Effizienz.