Wolden Bache: KI und Geopolitik prägen globale Wirtschaft
Norges Bank Gouverneurin Ida Wolden Bache beleuchtet die wirtschaftlichen Perspektiven 2026. Sie betont die Dualität von Chancen durch KI und Risiken durch geopolitische Spannungen, die eine Erneuerung der Institutionen erfordern.
Widerstandsfähigkeit trotz Handelskrieg
Entgegen früheren Warnungen erlebte die Weltwirtschaft 2025 keine schwere Rezession durch Handelskriege, obwohl die US-Zölle auf ein Zwischenkriegsniveau stiegen.
Dies lag an Ausnahmen, Umgehungsstrategien von Unternehmen und der begrenzten Vergeltung anderer Länder.
Der Handelskonflikt konzentrierte sich primär auf die USA und China, wobei China seine Exporte durch Diversifizierung sogar steigern konnte.
Norwegische Exportunternehmen spürten zwar erhöhten Wettbewerb, aber die Auswirkungen auf ihre Aktivitäten blieben gering.
Zusätzliche Treiber wie erhöhte Verteidigungsausgaben in Europa, KI-Investitionen in den USA und ein Anstieg der Kaufkraft in Norwegen stützten das Wachstum.
Die Zinssenkungen des Vorjahres trugen ebenfalls zur Entlastung der Haushalte bei.
Künstliche Intelligenz: Segen und Risiko
Die Welt steht an der Schwelle einer epochalen technologischen Transformation durch Künstliche Intelligenz.
Diese birgt eine Dualität von Hoffnung und Sorge: Während KI Lösungen für Klimawandel oder unheilbare Krankheiten ermöglichen kann, wachsen gleichzeitig Risiken durch autonome Waffensysteme, Cyberangriffe und Desinformation.
Die potenziellen Produktivitätsgewinne durch KI sind hochgradig unsicher, mit Schätzungen von nahezu null bis acht Prozentpunkten jährlich.
Norwegen ist laut IWF gut positioniert, um von KI zu profitieren, insbesondere in wissensintensiven Dienstleistungsbranchen und aufgrund hoher Lohnniveaus, die Investitionen in neue Technologien fördern.
Institutionen am Scheideweg
Die Rede von Gouverneurin Wolden Bache zeichnet ein komplexes Bild der Zukunft, in der KI und Geopolitik die Wirtschaft prägen.
Sie betont, dass die Auswirkungen von KI auf Zinsen und Arbeitsmarkt noch unklar sind und stark von der Anpassungsfähigkeit unserer Institutionen abhängen.
Dies ist eine wichtige Mahnung, dass technologische Fortschritte allein keine Stabilität garantieren und eine schnelle institutionelle Transition entscheidend ist, um die Vorteile zu realisieren und negative Folgen zu vermeiden.
Quelle: Ida Wolden Bache: Economic perspectives
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