BIS Speech

Norwegens Zentralbank im Spagat

Ida Wolden Bache, Gouverneurin der Norges Bank, erläuterte vor dem norwegischen Gewerkschaftsverband Fellesforbundet die geldpolitische Strategie im Spannungsfeld von Inflation und Beschäftigung. Sie betonte die Rolle der Zentralbank, Preisstabilität bei 2 Prozent zu gewährleisten, während gleichzeitig hohe Beschäftigung gefördert wird.

Geldpolitik im nordischen Modell

Die Rede von Gouverneurin Bache bietet Einblicke in die spezifischen Herausforderungen der norwegischen Geldpolitik nach globalen Schocks.

Während viele Zentralbanken mit ähnlichen Inflationsproblemen kämpfen, hebt Bache das norwegische Modell der koordinierten Lohnfindung als stabilisierenden Faktor hervor, der das Risiko von Lohn-Preis-Spiralen reduziert.

Dies könnte der Norges Bank einen gewissen Spielraum bei der Abwägung zwischen Inflationsbekämpfung und Arbeitsplatzerhalt geben.

Die Ansprache an den Gewerkschaftsverband unterstreicht die Bedeutung des Arbeitsmarktes und der Lohnentwicklung für die geldpolitische Entscheidungsfindung und die Kommunikation der Zentralbank.

Klare Botschaft, bekannte Richtung

Die Rede bietet einen umfassenden Überblick über die Strategie der Norges Bank, die den Zielkonflikt zwischen Inflation und Beschäftigung klar artikuliert.

Obwohl der Leitzinspfad (eine Senkung pro Jahr) bereits bekannt war, liefert die detaillierte Begründung, insbesondere die Interaktion mit Lohnwachstum und dem koordinierten Tarifsystem, wertvollen Kontext für Investoren und Policy-Experten.

Sie bekräftigt das Engagement der Zentralbank für einen ausgewogenen Ansatz.