Bache: Forschungsmodelle leiten Zinspolitik
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Bache: Forschungsmodelle leiten Zinspolitik

Ida Wolden Bache, Gouverneurin der Norges Bank, erläutert den Einsatz makroökonomischer Modelle in der geldpolitischen Entscheidungsfindung. Sie präsentiert zudem neue Forschungsergebnisse, die den dämpfenden Effekt von Zinserhöhungen auf die Inflation belegen.

Modelle als Kompass der Norges Bank

Die Norges Bank nutzt makroökonomische Modelle als zentrale Stütze ihrer Geldpolitik, um das operative Inflationsziel von nahe 2 Prozent zu erreichen und gleichzeitig hohe Beschäftigung sowie wirtschaftliche Stabilität zu fördern.

Diese Modelle, basierend auf theoretischem und empirischem Wissen, strukturieren das Denken und ermöglichen konsistente Einschätzungen.

Für kurzfristige Analysen und Prognosen setzt die Norges Bank auf datengestützte empirische Modelle wie autoregressive Modelle und VAR-Modelle, die regelmäßig mit neuen Kennzahlen aktualisiert werden.

Das Hauptmodell NEMO, ein dynamisches, stochastisches allgemeines Gleichgewichtsmodell, wird für mittelfristige Prognosen von drei bis vier Jahren verwendet und berücksichtigt spezifische Merkmale der norwegischen Wirtschaft, wie den Erdölsektor.

Es verbindet die aktuelle Wirtschaftslage mit langfristigen Trendniveaus für Schlüsselvariablen.

An­pas­sungs­fä­hig­keit in turbulenten Zeiten

Die jüngsten globalen Schocks, darunter die Pandemie und geopolitische Konflikte, haben die Modelle der Norges Bank auf die Probe gestellt und die Notwendigkeit einer besseren Erfassung abrupter Wirtschaftsveränderungen aufgezeigt.

Insbesondere die Intensität der Inflationsimpulse, die aus dem Zusammenspiel von angebotsseitigen Schocks und expansiver Wirtschaftspolitik resultierten, wurde anfänglich unterschätzt.

Als Reaktion darauf integriert die Norges Bank nun textbasierte Indikatoren und hochfrequente Transaktionsdaten in ihr Modellsystem.

Zudem wird erforscht, wie künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen die Modellentwicklung unterstützen, Prognosen verbessern und flexiblere Gewichtungsmethoden ermöglichen können.

Dies soll die Grundlage für die Einschätzungen des geldpolitischen Ausschusses stärken und eine schnellere Anpassung der Geldpolitik an veränderte Aussichten gewährleisten.

Evolution statt Revolution

Die Norges Bank setzt auf kontinuierliche Weiterentwicklung ihrer Modelle, statt auf revolutionäre Paradigmenwechsel.

Dies spiegelt einen pragmatischen Ansatz wider, der die Grenzen von Modellen anerkennt, aber ihren Wert als Entscheidungshilfe betont.

Die Integration von KI und Mikrodaten zeigt den Willen zur Anpassung, ohne die bewährten Grundlagen zu verlassen.