Leitzins auf 4,25 Prozent erhöht
Die Norges Bank hat den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 4,25 Prozent angehoben. Gouverneurin Ida Wolden Bache begründete die Entscheidung mit der anhaltend hohen Inflation und der Notwendigkeit, diese zeitnah zum Ziel zurückzuführen.
Inflation hartnäckig über Ziel
Die Norges Bank hat den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 4,25 Prozent angehoben.
Gouverneurin Ida Wolden Bache erklärte vor dem norwegischen Parlament, dass die Inflation weiterhin zu hoch sei und ein höherer Leitzins erforderlich ist, um sie innerhalb eines angemessenen Zeitrahmens zum Ziel von nahe 2 Prozent zurückzuführen.
Nach einer Phase der Disinflation seit dem Höhepunkt 2023 stagniert die Teuerung seit anderthalb Jahren bei rund 3 Prozent, exklusive Energiepreise.
Die Binneninflation wird maßgeblich durch deutliche Lohnsteigerungen getrieben, die durch hohe Rohstoffpreise und eine schwächere Krone in exportorientierten Industrien ermöglicht wurden.
Ursprünglich hatte die Norges Bank im Sommer 2025 eine vorsichtige Lockerung der Geldpolitik begonnen und die Zinsen im Juni und September gesenkt.
Doch eine veränderte Wirtschaftslage, höhere Inflationserwartungen und gestiegene Öl- und Rohstoffpreise nach dem Ausbruch des Krieges im Nahen Osten führten zu einer Umkehr der Politik.
Die März-Projektionen deuten auf die Notwendigkeit einer weiteren Straffung im Jahresverlauf hin.
Dilemma zwischen Preis und Job
Die Norges Bank hat in den vergangenen Jahren bewusst nicht stärker gestrafft, um die Wirtschaft nicht unnötig zu belasten und die Beschäftigung hoch zu halten.
Dies spiegelte sich in Prognosen wider, die eine längere Rückkehr der Inflation zum Ziel vorsahen.
Gouverneurin Bache betonte, dass die Notenbank globale Energiepreise zwar nicht beeinflussen kann, diese aber nicht ignorieren darf.
Höhere Öl- und Rohstoffpreise dämpfen die Aktivität bei Handelspartnern, können aber auch die Profitabilität norwegischer Exportfirmen steigern.
Der Gesamteffekt auf die norwegische Wirtschaft wird als nicht substanziell eingeschätzt.
Dennoch tragen höhere Zinsen dazu bei, die Inflation zu senken, indem sie Konsum und Investitionen dämpfen und die Krone stärken, was importierte Inflation reduziert.
Geduld bleibt oberstes Gebot
Baches Rede unterstreicht das universelle Dilemma vieler Zentralbanken: den Spagat zwischen Inflationsbekämpfung und Beschäftigungsförderung.
Die Umkehr der Zinspolitik zeigt, dass die Norges Bank die 'letzte Meile' der Disinflation ernst nimmt und die Glaubwürdigkeit des Inflationsziels über kurzfristige Wachstumsbedenken stellt.
Dies ist ein klares Signal an die Märkte, dass die Preisstabilität Priorität hat, auch wenn dies eine längere Phase höherer Zinsen bedeutet.
Quelle: Ida Wolden Bache: The conduct of monetary policy
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