Große Ökonomien sichern Währungsdominanz
Ein neues Modell der Weltwirtschaft zeigt: Die Dominanz einer Währung ist historisch bedingt, aber große Volkswirtschaften haben einen natürlichen Vorteil. Regierungen können durch attraktive Zinsen die Internationalisierung ihrer Währung fördern.
Strategische Komplementaritäten im Währungswettbewerb
Drei Ökonomen der Federal Reserve Bank of Philadelphia präsentieren ein mikrofundiertes monetäres Modell der Weltwirtschaft, um den internationalen Währungswettbewerb zu untersuchen.
Das Modell identifiziert sowohl „unipolare“ Gleichgewichte mit einer einzigen dominanten internationalen Währung als auch „multipolare“ Gleichgewichte, in denen mehrere Währungen international zirkulieren.
Langfristige Gleichgewichte sind stark geschichtsabhängig und tendieren zur Entstehung einer dominanten Währung.
Regierungen können um die Internationalisierung ihrer Währungen konkurrieren, indem sie attraktive Zinssätze für ihre Staatsschulden anbieten.
Größere Volkswirtschaften haben jedoch einen natürlichen Vorteil, die Dominanz ihrer Währungen zu sichern.
Die Nachfrage nach einer Währung wird durch ihre Liquidität im internationalen Handel (wie weit sie akzeptiert wird) und ihre Liquiditätsprämie (die Kosten des Haltens dieser Währung im Verhältnis zu einem illiquiden Vermögenswert) bestimmt.
Strategische Komplementaritäten entstehen auf natürliche Weise: Eine Zunahme der globalen Akzeptanz der Anleihen eines Landes erhöht die Nachfrage nach dieser Währung und steigert den Nutzen ihrer Akzeptanz.
Unipolar, multipolar oder klassisch?
Das Modell unterscheidet drei Arten internationaler Währungsregime.
Im „klassischen“ Regime akzeptieren die meisten Verkäufer in jedem Land nur die Landeswährung, und Käufer halten ein diversifiziertes Portfolio.
Im „dominanten Währungs“-Gleichgewicht wird eine Währung international weitgehend akzeptiert, sodass ihr Anteil an der Handelsabwicklung den Anteil der heimischen Wirtschaft am Warenhandel übersteigt.
Schließlich gibt es ein „multipolares“ Regime, in dem alle Währungen weitgehend akzeptiert werden.
Eine niedrigere Liquiditätsprämie (d.h. ein höherer Realzins auf die Schulden) kann zur Internationalisierung einer Währung beitragen, da hohe Renditen ausländische Investoren dazu veranlassen, auf diese Währung umzusteigen, um ihren Liquiditätsbedarf zu decken.
Auch eine größere Ländergröße begünstigt die Zirkulation ihrer Währung, da ausländische Akteure höhere Chancen auf Handel mit inländischen Akteuren erwarten, die diese Währung akzeptieren.
Die Macht der Gewohnheit
Die Studie hebt die tiefgreifende Pfadabhängigkeit der Währungsdominanz hervor, was bedeutet, dass anfängliche Bedingungen ein bestimmtes Ergebnis festschreiben können.
Obwohl Regierungen die Internationalisierung durch Politik beeinflussen können, bleibt der inhärente Vorteil großer Volkswirtschaften eine formidable Barriere für Herausforderer.
Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer langfristigen Strategie für Währungen, die globale Relevanz anstreben.
Quelle: International Currency Dominance
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