Montenegro: Instant Payments erfordern robuste AML/CFT-Verfahren
Die Einführung von Instant Payments im Westbalkan erfordert verstärkte Maßnahmen gegen Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Betrug. Dies betonte Irena Radović, Präsidentin der Zentralbank Montenegros, auf einer regionalen Konferenz in Podgorica am 5. Februar 2026.
Innovation trifft auf erhöhtes Risiko
Instant Payments verbessern zwar Effizienz, Zugänglichkeit und Wettbewerbsfähigkeit von Finanzdienstleistungen, doch sie komprimieren Transaktionszeiten von Stunden auf Sekunden.
Diese operative Realität verändert die Risikolandschaft grundlegend, indem sie den Spielraum für Erkennung, Intervention und Wiederherstellung erheblich reduziert.
Besonders betroffen sind die Bereiche Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und zunehmend raffinierte Betrugsmaschen.
Für Regulierungs- und Aufsichtsbehörden erfordert dies einen tiefgreifenden Paradigmenwechsel: Traditionelle Instrumente reichen nicht mehr aus, stattdessen werden Echtzeit-Monitoring, fortschrittliche Analysesysteme und eine gestärkte institutionelle Koordination zu essenziellen Schutzmaßnahmen für Finanzstabilität und -integrität.
Westbalkan auf dem Weg zur SEPA-Integration
Für die Zentralbanken des Westbalkans sind Instant Payments nicht nur ein Modernisierungsprojekt, sondern ein strategischer Pfeiler der europäischen Integration.
Montenegro sieht seinen SEPA-Beitritt als historischen Meilenstein, der die erfolgreiche Anpassung einer kleinen Wirtschaft an komplexe europäische Standards demonstriert.
Die enge Zusammenarbeit zwischen der Zentralbank und allen elf Geschäftsbanken Montenegros war dabei entscheidend.
Das TIPS-Clone-Projekt, geplant für Juli 2026, stellt den nächsten entscheidenden Schritt dar, um Montenegro und die Region weiter in die europäische digitale Zahlungsinfrastruktur zu verankern.
Diese Initiativen unterstreichen die gemeinsame strategische Verantwortung und den kollektiven europäischen Integrationspfad.
Sicherheit als Fundament der Integration
Die Rede unterstreicht die unumgängliche Notwendigkeit, Innovation im Zahlungsverkehr mit robuster Sicherheit zu verbinden.
Ohne effektive AML/CFT- und Betrugsbekämpfungsmaßnahmen bleiben die Vorteile von Instant Payments fragil und das Vertrauen der Nutzer gefährdet.
Montenegros Engagement setzt hier einen wichtigen regionalen Standard für eine sichere und integrierte europäische Finanzzukunft.