Bundesbank-Chef Nagel: Preisstabilität erreicht, Verluste halbiert
Bundesbank-Präsident Joachim Nagel präsentierte den Jahresbericht 2025 und betonte die wiederhergestellte Preisstabilität im Euroraum. Der Jahresverlust der Bundesbank hat sich 2025 mehr als halbiert.
Preisstabilität erreicht, aber Wachsamkeit bleibt
Bundesbank-Präsident Joachim Nagel betonte die wiederhergestellte Preisstabilität im Euroraum als wichtigsten Erfolg des Eurosystems.
Das EZB-Direktorium sei entschlossen, die Inflation nachhaltig bei 2 Prozent zu stabilisieren, wobei die aktuellen Leitzinsen dafür gut positioniert seien.
Nagel warnte jedoch vor den wirtschaftlichen Auswirkungen des Nahostkonflikts, insbesondere auf Öl- und Gaspreise, und mahnte zur Vorsicht bei geldpolitischen Schlussfolgerungen.
Die deutsche Wirtschaft wuchs 2025 nach zwei Jahren der Kontraktion leicht um 0,3 Prozent, hauptsächlich getragen vom Konsum.
Investitionen und Exporte blieben schwach, beeinflusst durch eine verschlechterte internationale Wettbewerbsposition und neue US-Zölle.
Für 2026 erwartet er eine langsame Erholung der Binnenwirtschaft, gestützt durch zusätzliche Staatsausgaben und Lohnwachstum.
Bundesbank-Bilanz: Verluste schrumpfen
Die Bundesbank verzeichnete 2025 einen Jahresverlust von 8,6 Milliarden Euro, mehr als die Hälfte weniger als im Vorjahr.
Der kumulierte Verlust stieg auf 27,8 Milliarden Euro.
Nagel erklärte, dass die finanziellen Belastungen nachlassen, aber weiterhin mit negativen Nettozinserträgen und einem weiteren Jahresverlust 2026 zu rechnen sei.
Gewinnausschüttungen seien auf absehbare Zeit nicht möglich.
Die Inflation in Deutschland fiel 2025 auf 2,3 Prozent (HVPI), die Kerninflation auf 2,8 Prozent.
Dienstleistungen blieben mit 3,9 Prozent teurer, getrieben von Lohnwachstum.
Die EZB bleibe wachsam gegenüber anhaltendem Inflationsdruck und Zweitrundeneffekten.
Geduld ist die neue Tugend
Nagels Rede verdeutlicht die fragile Balance zwischen der erreichten Preisstabilität und anhaltenden Inflationsrisiken.
Die sich verbessernde, aber immer noch defizitäre Bilanz der Bundesbank unterstreicht zudem die langfristigen Kosten geldpolitischer Maßnahmen.
Dies signalisiert eine fortgesetzte, datenabhängige Vorsicht der EZB, die Stabilität über voreilige Lockerungen stellen wird.