Nagel: Digitaler Euro sichert Europas Autonomie
BIS Speech Read in English

Nagel: Digitaler Euro sichert Europas Autonomie

Bundesbank-Präsident Joachim Nagel betont die strategische Bedeutung des digitalen Euro für Europas Souveränität. Die Einführung soll die Abhängigkeit von externen Zahlungsdienstleistern reduzieren und die Resilienz stärken.

Europas digitale Souveränität

Nagel eröffnete seine Rede mit einer Anekdote über eine Flugreise, bei der nur nicht-europäische digitale Zahlungsmittel akzeptiert wurden.

Dies verdeutliche die Dringlichkeit, Europas strategische Autonomie im Zahlungsverkehr zu stärken.

Zwei Kräfte – technologische Innovation und geopolitische Veränderungen – prägen die Zukunft des Zahlungsverkehrs und zwingen Zentralbanken zum Umdenken.

Die Entscheidungen über Regulierung, Marktinfrastruktur und digitale Geldformen würden Europas Resilienz und Handlungsspielraum für die kommenden Jahre prägen.

Der digitale Euro sei ein Schlüsselprojekt, um die Abhängigkeit von globalen Anbietern zu reduzieren und Europas Handlungsfähigkeit zu stärken.

Er würde ein sicheres, universell akzeptiertes digitales Zahlungsmittel unter europäischer Governance bieten.

Zentralbankgeld im digitalen Zeitalter

Die fortschreitende Digitalisierung verändert die Art und Weise, wie wir bezahlen.

Im Euroraum machte Bargeld 2024 nur noch 24 Prozent des Gesamtwerts der täglichen Zahlungen aus, und der Anteil der Händler, die kein Bargeld akzeptieren, hat sich in drei Jahren auf 12 Prozent verdreifacht.

Der digitale Euro soll die Rolle des Zentralbankgeldes in einer zunehmend digitalen Welt erneuern und Bargeld ergänzen.

"Lassen Sie mich ganz klar sagen: Es geht nicht darum, Bargeld abzuschaffen, sondern es zu ergänzen," so Nagel.

Zudem soll der digitale Euro die Fragmentierung des europäischen Zahlungsverkehrs überwinden, indem er eine gemeinsame Infrastruktur für innovative private Lösungen bietet.