Williams erwartet Inflationsgipfel und stabilen Arbeitsmarkt 2026
BIS Speech Read in English

Williams erwartet Inflationsgipfel und stabilen Arbeitsmarkt 2026

John C. Williams, Präsident der Federal Reserve Bank of New York, prognostiziert für 2026 einen Inflationsgipfel in der ersten Jahreshälfte und eine Stabilisierung des Arbeitsmarktes. Die Geldpolitik sei gut positioniert, um diese Entwicklung zu unterstützen.

Tarifeffekte prägen Inflationspfad

Die wirtschaftlichen Aussichten für 2026 sind laut Williams günstig.

Das BIP-Wachstum lag im vergangenen Jahr bei über 2 Prozent und wird sich voraussichtlich in diesem Jahr beschleunigen (erwartet 2,5 bis 2,75 Prozent).

Der Arbeitsmarkt, der sich 2025 abgekühlt hatte, soll sich stabilisieren und danach wieder stärken; die Arbeitslosenquote lag Ende 2025 bei 4,4 Prozent.

Die Inflation wird voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte ihren Höhepunkt bei etwa 2,75 bis 3 Prozent erreichen, bevor sie sich bis 2027 dem Zwei-Prozent-Ziel des FOMC annähert.

Tarife haben bisher etwa einen halben Prozentpunkt zur aktuellen Inflationsrate von rund 2,75 Prozent beigetragen und wurden überwiegend von inländischen Unternehmen und Verbrauchern getragen.

Die zugrunde liegenden Inflationstrends sind günstig, die Kerninflation verzeichnet keine breiteren Preisdruck, und die Inflationserwartungen bleiben verankert.

Geldpolitik: Ausgewogen und datenabhängig

Die Geldpolitik ist laut Williams gut positioniert.

Das FOMC reduzierte den Zielbereich für die Federal Funds Rate im vergangenen Jahr kumulativ um 75 Basispunkte, wodurch die restriktive Haltung näher an einen neutralen Kurs rückte.

Dies unterstützt die Stabilisierung des Arbeitsmarktes und die Rückkehr der Inflation zum Zwei-Prozent-Ziel.

Der Abbau der Bilanzbestände an Staatsanleihen und Hypothekenpapieren wurde Anfang Dezember eingestellt.

Stattdessen hat das FOMC begonnen, Reservenmanagementkäufe zu tätigen, um eine ausreichende Liquiditätsversorgung aufrechtzuerhalten.

Dies sei ein natürlicher Schritt und spiegele keine Änderung der geldpolitischen Ausrichtung wider.

Steigender Druck auf die Repo-Sätze in den letzten Monaten wurde durch die ständigen Repo-Operationen der Fed abgefedert.

Zwischen Zuversicht und Unsicherheit

Williams' Rede vermittelt einen vorsichtigen Optimismus für 2026, indem er die Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft hervorhebt und die Inflationsrisiken als beherrschbar darstellt.

Die detaillierte Analyse der Tarifeffekte und die Klarstellung zur Bilanzpolitik bieten wichtige Einblicke in die Denkweise der Fed.

Dennoch bleibt die Betonung der Datenabhängigkeit und der anhaltenden Unsicherheit ein Mahnruf für die zukünftige Geldpolitik.

Quelle: John C Williams: A few words for the New Year

IN: