New York Fed-Chef Williams sieht US-Wirtschaft in unsicheren Gewässern
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New York Fed-Chef Williams sieht US-Wirtschaft in unsicheren Gewässern

New York Fed-Präsident John C Williams beschreibt die US-Wirtschaft als widerstandsfähig, jedoch mit gemischten Signalen am Arbeitsmarkt und Inflations-Gegenwinden konfrontiert. Die Geldpolitik sei gut positioniert, um die Risiken auszubalancieren.

Widerstandsfähige Wirtschaft in unsicheren Zeiten

Das Jahr begann für die US-Wirtschaft auf solidem Fundament.

Trotz erhöhter Unsicherheit durch Handels- und andere Politiken zeigte sich die Wirtschaft widerstandsfähig, mit robustem Wachstum im letzten und zu Beginn dieses Jahres.

Der Konsum blieb stabil, und die Unternehmensinvestitionen waren stark.

Die Arbeitslosenquote hat sich in den letzten Monaten stabilisiert.

Bei ihrer jüngsten Sitzung beschloss das FOMC, den Zielkorridor für die Federal Funds Rate bei 3,5 bis 3,75 Prozent zu belassen.

Es betonte, dass es "bei der Abwägung des Ausmaßes und des Zeitpunkts weiterer Anpassungen des Zielkorridors für die Federal Funds Rate die eingehenden Daten, die sich entwickelnde Wirtschaftsaussicht und das Gleichgewicht der Risiken sorgfältig bewerten wird.

" Williams erwartet für dieses Jahr ein reales BIP-Wachstum von rund 2,5 Prozent, gestützt durch fiskalische Impulse, günstige Finanzbedingungen und KI-Investitionen.

Die Arbeitslosenquote dürfte im Laufe dieses und nächsten Jahres leicht sinken.

Die Gesamtinflation wird dieses Jahr voraussichtlich bei etwa 2,75 Prozent liegen, bevor sie 2027 das langfristige Ziel von 2 Prozent erreicht.

Gegenwind am Arbeitsmarkt und bei der Inflation

Der Arbeitsmarkt sendet gemischte Signale: Während die Arbeitslosenquote seit Juli letzten Jahres in einem engen Band von 4,3 bis 4,5 Prozent verharrt und die Anträge auf Arbeitslosenunterstützung niedrig sind, sind die Erwartungen der Haushalte hinsichtlich der Arbeitsplatzverfügbarkeit rückläufig.

Dies deutet auf ein 'Low-Hire, Low-Fire'-Umfeld hin.

Bei der Inflation sorgen Zölle und die Entwicklungen im Nahen Osten für ungewöhnliche Gegenwinde.

Der PCE-Preisindex liegt bei etwa 3 Prozent, wobei Zölle 0,5 bis 0,75 Prozentpunkte beisteuern.

Ein Anstieg der Energiepreise durch die Nahost-Entwicklungen dürfte die Gesamtinflation in den kommenden Monaten erhöhen.

Navigieren durch ungewisse Strömungen

Williams' Rede unterstreicht die Komplexität der aktuellen Wirtschaftslage, in der traditionelle Indikatoren widersprüchliche Signale senden.

Die Betonung der Datenabhängigkeit und des Ausgleichs von Risiken verdeutlicht den vorsichtigen Ansatz der Fed inmitten geopolitischer Spannungen und Tarifeffekte.

Diese nuancierte Perspektive deutet darauf hin, dass zukünftige geldpolitische Anpassungen stark von der Entwicklung der Daten abhängen werden, anstatt vorbestimmten Pfaden zu folgen.

Quelle: John C Williams: Ferrying through the crosscurrents

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