Tabaković: Industriepolitik stützt Serbiens langfristiges Wachstum
Jorgovanka Tabaković, Gouverneurin der Nationalbank Serbiens, betonte auf dem Kopaonik Business Forum die entscheidende Rolle einer proaktiven Industriepolitik für Serbiens langfristiges Wirtschaftswachstum. Sie hob die Bedeutung von Stabilität und Anpassungsfähigkeit in einem unsicheren globalen Umfeld hervor.
Reindustrialisierung in unsicheren Zeiten
Gouverneurin Tabaković leitete ihre Rede mit einem historischen Rückblick auf die 1926 gegründete Lederwarenfabrik „Merkur“ ein, die einst 1.300 Mitarbeiter beschäftigte und in Jugoslawien sowie Europa führend war.
Ihr Niedergang mit dem Zerfall des Staates unterstreiche die Notwendigkeit der Reindustrialisierung und einer gezielten Industriepolitik.
In einem Umfeld extremer globaler Unsicherheit, struktureller Verschiebungen durch künstliche Intelligenz und zunehmender Sanktionen sei eine proaktive, langfristig orientierte Politik unerlässlich.
Tabaković forderte Diversifizierung von Investitionen, Märkten und Finanzierungsquellen, um auf Schocks nicht nur zu reagieren, sondern diese vorausschauend zu managen.
Stabilität als Fundament des Fortschritts
Serbien hat trotz schwieriger Bedingungen Stabilität bewahrt: Der Dinar-Wechselkurs zum Euro blieb relativ stabil (Änderung von nur 0,2 Prozent), der Finanzsektor ist widerstandsfähig, und die Devisen- sowie Goldreserven sind auf Rekordniveau.
Die Inflation lag Ende 2025 bei 2,7 Prozent und im Januar 2026 bei 2,4 Prozent, innerhalb des Zielbandes der Nationalbank Serbiens.
Die Exporte von Waren und Dienstleistungen erreichten 2025 einen Rekordwert von 48 Mrd. Euro.
Die Goldbestände belaufen sich auf 53,4 Tonnen im Wert von 7,5 Mrd. Euro, was über 25 Prozent der gesamten Devisenreserven ausmacht.
Diese dienen als Puffer gegen externe Schocks und unterstreichen die monetäre Souveränität des Landes.