NBS: Inflation steigt, Wachstumsprognose gesenkt
Die serbische Notenbank (NBS) hat ihre Inflationsprognose angehoben und die Wachstumserwartungen gesenkt. Gouverneurin Jorgovanka Tabaković verwies auf globale Unsicherheiten und den Energiepreisschock als Hauptgründe.
Globale Unsicherheit prägt den Ausblick
Die Weltwirtschaft agiert seit Längerem unter außergewöhnlich hoher Unsicherheit, ohne Anzeichen einer nachhaltigen Entspannung.
Schocks entfalten sich nacheinander, wobei die jüngste Eskalation des Konflikts im Nahen Osten einen starken Energieschock ausgelöst und Fragen der Versorgungssicherheit sowie der globalen Energiepreise erneut aufgeworfen hat.
Dies führt zu einer Revision der Projektionen internationaler Institutionen und Zentralbanken: Die Inflation wird nach oben, das Wirtschaftswachstum nach unten korrigiert.
Der IWF prognostiziert für dieses Jahr eine globale Inflation von 4,4 Prozent, die im Falle eines längeren Schocks auf über 5 oder sogar 6 Prozent steigen könnte.
Die Wachstumsprognose des IWF wurde auf 3,1 Prozent für dieses Jahr gesenkt.
Auch für den Euroraum sind die Aussichten ungünstiger: Die EZB revidierte ihre Inflationsprognose im März auf durchschnittlich 2,6 Prozent für dieses Jahr, was das Wirtschaftswachstum auf 0,9 Prozent verlangsamen würde.
Angesichts dieser globalen Entwicklungen hat die NBS ihre eigene Inflationsprognose nach oben und die Wachstumsprognose nach unten korrigiert.
Serbiens Wirtschaft unter Druck, Regierung reagiert
Im ersten Quartal lag die Inflation in Serbien unter dem Zielwert von 3 Prozent, beschleunigte sich jedoch im April auf 3,3 Prozent, hauptsächlich aufgrund gestiegener globaler Ölpreise und höherer Preise für Mineralölprodukte im Inland.
Die Kerninflation verharrt seit Jahresbeginn leicht über 4 Prozent, primär getrieben von Dienstleistungspreisen.
Die Regierung trug zur Minderung des Energieschocks bei, indem sie Maßnahmen zur Begrenzung der Inlandspreise für Mineralölprodukte ergriff, wie die Reduzierung der Verbrauchssteuern und den Exportstopp.
Die NBS erwartet, dass die Inflation bis Ende des Jahres vorübergehend leicht über die obere Zielbandgrenze steigen wird, bevor sie sich im zweiten Quartal 2027 wieder in den Zielkorridor zurückbewegt.
Vorsichtiger Kurs in turbulenten Zeiten
Die serbische Notenbank navigiert in einem komplexen Umfeld, das von globalen Schocks und anhaltender Unsicherheit geprägt ist.
Obwohl die Regierung mit gezielten Maßnahmen die direkten Auswirkungen des Energieschocks abfedern konnte, bleibt die Annahme eines nur temporären Schocks eine kritische Schwachstelle der Prognose.
Serbiens Wirtschaft bleibt anfällig für externe Einflüsse, was eine anhaltend wachsame und flexible Geldpolitik unabdingbar macht.