Escrivá: Bankenunion, Digital-Euro für Europas Wachstum
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Escrivá: Bankenunion, Digital-Euro für Europas Wachstum

José Luis Escrivá, Gouverneur der Banco de España, betonte auf einer Konferenz die Notwendigkeit von Reformen im Bankensektor. Er forderte die Vollendung der Bankenunion und die Einführung des digitalen Euro, um Europas Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Spaniens Produktivität: Wende durch Bankenreform

Spaniens Produktivität zeigte bis 2013 negative Wachstumsraten, was eine Lücke von 12 Prozentpunkten zum Euroraum verursachte.

Seit 2013 wächst sie jedoch positiv und korrigierte bereits ein Drittel dieser Lücke.

Dies ist primär auf effizientere Kapital- und Arbeitsallokation sowie gezieltere Kreditvergabe an produktivere Unternehmen, besonders im Mikrofinanzbereich, zurückzuführen.

Das spanische Bankensystem hat seine Kreditvergabeprozesse deutlich verbessert und ist durch einen soliden Aufsichtsrahmen widerstandsfähiger geworden.

Eine Vereinfachung des Regulierungsrahmens sei notwendig, jedoch ohne Deregulierung.

Vorschläge umfassen die Integration von Kapitalpuffern, die Vereinfachung des Abwicklungsrahmens und die stärkere Anwendung des Proportionalitätsprinzips.

Auch die Reduzierung technischer Mandate und die Vereinfachung der SSM-Prozesse sowie des nationalen Meldewesens, das bereits um ein Drittel reduziert wurde, seien entscheidend; eine weitere Kürzung um die Hälfte ist geplant.

Digitaler Euro als Anker im Wandel

Digitalisierung und Tokenisierung verändern das Finanzsystem grundlegend.

Europa muss diesen Wandel umfassend gestalten.

Der digitale Euro ist zentral, um Vertrauen in Zentralbankgeld digital zu sichern und innovative private Lösungen zu ermöglichen.

Das Eurosystem passt Großhandelsinfrastrukturen an, um Tokenisierung mit Zentralbankgeld zu erleichtern.

Vorteile sind erheblich: geringere Kosten bei grenzüberschreitenden Zahlungen, stärkere europäische Finanzintegration und erhöhte Wettbewerbsfähigkeit.

Europas Stärke liegt in der Kombination von Innovation und dem Vertrauen in Zentralbankgeld sowie dem institutionellen Rahmen.

Dieser Wandel erfordert das Engagement von öffentlichem und privatem Sektor.

Bankenunion: Halbherzigkeit rächt sich

Für das volle Potenzial der digitalen Transformation ist ein Finanzsystem mit echter Größe nötig, doch europäische Banken agieren noch zu national.

Die Bankenunion sollte diese Fragmentierung überwinden, bleibt aber unvollendet – insbesondere beim gemeinsamen Einlagensicherungssystem (EDIS).

Eine pragmatische, schrittweise Umsetzung von EDIS mit klaren Meilensteinen ist dringend erforderlich, um Vertrauen zu stärken und grenzüberschreitende Integration zu fördern.

Quelle: José Luis Escrivá: Competitiveness for growth

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