Ueda: Nahost-Spannungen belasten Japans Wirtschaft
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Ueda: Nahost-Spannungen belasten Japans Wirtschaft

BOJ-Gouverneur Kazuo Ueda analysiert die Auswirkungen der Nahost-Spannungen auf Japans Wirtschaft und Preise. Er skizziert die geldpolitische Reaktion auf Angebotsschocks.

Ölpreisschock trifft Japans Wirtschaft

Die jüngsten Spannungen im Nahen Osten haben die Rohölpreise, insbesondere für Dubai-Rohöl, erheblich steigen lassen.

Für Japan, eine rohstoffimportierende Wirtschaft, bedeutet dies eine Verschlechterung der Handelsbedingungen und einen erhöhten Einkommensabfluss ins Ausland.

Dies übt Abwärtsdruck auf die Wirtschaft aus und drückt Unternehmensgewinne sowie das reale Haushaltseinkommen.

Japan ist zu über 90 Prozent von der Region für sein Rohöl abhängig; Mineralölimporte machten im letzten Jahr etwa 3 Prozent des nominalen BIP aus.

Ein Anstieg der Rohölpreise wird nicht nur die Energiepreise, sondern auch die Preise einer breiten Palette von Gütern erhöhen.

Die Weitergabe von Preiserhöhungen erfolgt relativ schnell von vorgelagerten Erdölprodukten zu Zwischenprodukten wie Kunstharzen und Fasern.

Innerhalb weniger Monate breitet sich der Aufwärtsdruck auf Kunststoffprodukte, Stromkosten und Vertriebskosten aus und erreicht innerhalb etwa eines Jahres Endprodukte und Dienstleistungen.

Die BoJ schätzt, dass der Preisdurchschlag aufgrund des abgebauten Deflationsdenkens und aktiveren Lohn- und Preisbildung schneller und breiter erfolgen dürfte als in der Vergangenheit.

Wi­der­stands­fä­hig­keit trifft Preisdruck

Die BoJ erwartet für das Fiskaljahr 2026 eine temporäre Wachstumsverlangsamung Japans durch steigende Rohölpreise.

Ein moderates Wachstum wird jedoch durch hohe Unternehmensgewinne, staatliche Maßnahmen und akkommodierende Finanzbedingungen gestützt.

Ab Fiskaljahr 2027 soll sich das Wachstum wieder beschleunigen.

Die VPI-Teuerungsrate wird 2026 deutlich ansteigen, primär durch Energie- und Güterpreise.

Die zugrunde liegende Inflation soll sich bis Ende 2026 oder 2027 dem 2-Prozent-Ziel annähern.

Risiken bestehen bei anhaltenden Nahost-Turbulenzen oder Lieferkettenstörungen, die zu geringerem Wachstum und höherer Inflation führen könnten.

Die BoJ beobachtet die Resilienz der Wirtschaft, insbesondere hohe Unternehmensgewinne, robuste KI-Exportnachfrage und Lohnsteigerungen von rund 5 Prozent.

Auch die Konsumentenstimmung wird genau verfolgt.