Ueda: Japans Inflation reagiert unterschiedlich auf Ölpreisschocks
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Ueda: Japans Inflation reagiert unterschiedlich auf Ölpreisschocks

BOJ-Gouverneur Kazuo Ueda analysiert Japans Reaktion auf fünf große Ölpreisschocks seit den 1970er Jahren. Er betont, dass die Auswirkungen stark von den jeweiligen Ausgangsbedingungen abhängen.

Fünf Schocks, fünf Lektionen

Ueda beleuchtet Japans Erfahrungen mit fünf großen Ölpreisschocks seit den 1970er Jahren.

Der erste Schock 1973 führte zu einer Lohn-Preis-Spirale mit 20-30 Prozent Inflation, begünstigt durch bereits hohe Inflationsdynamik und eine unzureichende Reaktion der Bank of Japan (BOJ).

Die Lohnverhandlungen von 1974 trieben die Kosten in die Höhe, was zu einer breiteren Inflation führte.

Der zweite Schock um 1979/80 hatte moderatere Auswirkungen.

Hier reagierte die Geldpolitik schneller, die Ausgangsbedingungen waren günstiger (niedrigere Inflation, verhalteneres Lohnverhalten) und die Yen-Aufwertung dämpfte Importpreise.

In den 2000er Jahren, trotz steigender Ölpreise, blieb die Kerninflation Japans aufgrund eines deflationären Gleichgewichts niedrig.

Firmen waren preisscheu, Löhne schwach und Inflationserwartungen verankert.

In­iti­al­be­din­gun­gen entscheiden

Die jüngste Episode ab 2021 unterschied sich erneut.

Der Schock war breiter (Energie, Nahrung, Logistik), die Yen-Abwertung verstärkte den Importpreisanstieg, und ein angespannter Arbeitsmarkt begünstigte höhere Lohnforderungen.

Zudem begannen sich Preis- und Lohnnormen zu verschieben, was die Preissetzungsbereitschaft der Unternehmen erhöhte.

Ueda betont, dass Zentralbanken Ölpreise nicht isoliert betrachten dürfen.

Die Auswirkungen hängen stark von den Initialbedingungen ab, wie Lohnentwicklung, Inflationserwartungen und Wechselkursen.

Ein temporärer Schock kann hartnäckig werden, wenn er diese Kanäle aktiviert.