BoJ-Mitglied Masu: Japan vor Inflationsschub
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BoJ-Mitglied Masu: Japan vor Inflationsschub

Kazuyuki Masu, Mitglied des Policy Board der Bank of Japan, warnt vor einem bevorstehenden Inflationsschub in Japan. Er begründet dies mit externen Faktoren wie US-Zöllen und der Iran-Situation sowie internen Herausforderungen wie Arbeitskräftemangel und steigenden Logistikkosten.

Globale Spannungen belasten Japans Wirtschaft

Kazuyuki Masu, Mitglied des Policy Board der Bank of Japan, beleuchtet die jüngsten Entwicklungen der japanischen Wirtschaft und die Herausforderungen für die Geldpolitik.

Er identifiziert zwei globale Ereignisse: die US-Zollpolitik und die Iran-Situation.

Die US-Zölle führten zu höheren Importpreisen, wobei die Last hauptsächlich von US-Firmen und Haushalten getragen wurde.

Eine Reduzierung des US-Handelsdefizits blieb aus.

Für Japan hatten die Zölle laut Tankan-Umfrage und Konsumindikatoren keine disruptiven Auswirkungen.

Die Iran-Situation hingegen birgt weitreichendere Risiken durch physische Engpässe bei Rohöl und Erdgas.

Obwohl Japans LNG-Versorgung durch Langzeitverträge und diverse Quellen stabil ist, werden die Preise für LNG und damit für Strom und Gas steigen, da sie an Rohölpreise gekoppelt sind.

Japans Abhängigkeit vom Nahen Osten bei Rohölimporten ist auf über 70 Prozent gestiegen.

Engpässe könnten weitreichende Lieferkettenprobleme verursachen, von Kraftstoffen bis zu Kunststoffprodukten, und Masu warnt vor potenziell gravierenderen Auswirkungen als beim ersten Ölschock 1973.

Ar­beits­kräf­teman­gel treibt Kosten

Masu analysiert die Inflation in Japan, die sich von der Deflation gelöst hat.

Er betont, dass die Inflation durch erhöhte Nachfrage und Angebotsengpässe angetrieben wird.

Aktuell sind in Japan vor allem Arbeitskräftemangel und steigende Distributionskosten maßgeblich.

Die Lohnwachstumsraten liegen bei etwa 2 bis 3 Prozent, wobei die jährlichen Frühjahrslohnverhandlungen 5 bis 6 Prozent inklusive altersbedingter Erhöhungen ausweisen.

Seit April 2024, als neue Vorschriften für LKW-Fahrer-Arbeitszeiten in Kraft traten, steigen die Frachtkosten kontinuierlich um rund 3 Prozent.

Diese Faktoren, zusammen mit der Yen-Abwertung, bilden die Grundlage für die aktuelle Inflation in Japan.

Die Kerninflation verharrt bei 2,8 Prozent, und Dienstleistungen verteuerten sich um 3,4 Prozent.