Greenidge: Karibik braucht Resilienz gegen Schocks
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Greenidge: Karibik braucht Resilienz gegen Schocks

Dr. Kevin Greenidge, Gouverneur der Zentralbank von Barbados, betont die Notwendigkeit wirtschaftlicher Resilienz in der Karibik. Angesichts globaler Schocks und Klimawandel sei ein integrierter Ansatz unter Einbindung des Privatsektors unerlässlich.

Der Sturm ist nie nur die Vorhersage

Die Karibik ist einem komplexen globalen Umfeld ausgesetzt, das von Handelsfragmentierung, erhöhten Kreditkosten, geopolitischen Spannungen und häufigeren Klimaereignissen geprägt ist.

Für kleine, importabhängige Inselstaaten landen diese globalen Störungen direkt in den Haushalten und wirken sich auf Preise für Nahrungsmittel, Treibstoff und Versicherungsprämien aus.

Besonders herausfordernd ist die Wechselwirkung alter und neuer Vulnerabilitäten: Schuldenstress trifft auf Klimarisiko, Tourismusabhängigkeit auf Pandemien und digitale Transformation auf Cyberrisiken.

Diese 'zusammengesetzten Probleme' erfordern integrierte Lösungsansätze, da eine isolierte Betrachtung von Fiskalpolitik, Klimarisiko oder Versicherungsfragen nicht ausreicht.

Die Region muss Chancen wie digitale Technologien und erneuerbare Energien in nachhaltige Transformationen umwandeln, um nicht beim nächsten Schock erneut exponiert zu sein.

Was Barbados auf die harte Tour lernte

Dr. Greenidge betont die Unterscheidung zwischen struktureller Vulnerabilität kleiner Staaten und Resilienz, die durch bewusste Politik und Institutionen aufgebaut wird.

Barbados' 'Economic Recovery and Transformation Plan' (BERT) ab 2018 dient als Beispiel.

Angesichts einer Staatsverschuldung von 179 Prozent des BIP und schwindender Reserven wurde ein 'hausgemachtes' Reformprogramm umgesetzt.

Dieses umfasste Fiskalbereinigung, Schuldendienstreduzierung und die Stärkung staatlicher Unternehmen, wobei soziale Ausgaben geschützt wurden.

Die so aufgebauten fiskalischen Puffer ermöglichten es, auf externe Schocks wie COVID-19 und Hurrikan Elsa zu reagieren, ohne den Reformkurs zu verlassen.

Finanzielle Innovationen wie Naturkatastrophen- und Pandemieklauseln in Anleihen ergänzten die Strategie.

Ambition trifft Realität

Trotz der beeindruckenden Fortschritte in Barbados bleibt die Herausforderung der Resilienzbildung für kleine Inselstaaten immens.

Die Betonung eines integrierten Ansatzes und der zentralen Rolle des Privatsektors ist zwar korrekt, doch die praktische Umsetzung erfordert tiefgreifende strukturelle Veränderungen.

Ohne eine konsequente Überwindung der Fragmentierung und eine stärkere Risikoteilung durch den Versicherungssektor bleiben viele Karibikstaaten anfällig für den 'nächsten Sturm'.