Bank of Jamaica belässt Leitzins bei 5,50 Prozent
Die Bank of Jamaica belässt ihren Leitzins bei 5,50 Prozent. Der geldpolitische Ausschuss begründet dies mit Risiken durch geopolitische Spannungen und Hurrikan Melissa.
Stabilität trotz globaler Turbulenzen
Der geldpolitische Ausschuss (MPC) der Bank of Jamaica hat einstimmig beschlossen, den Leitzins unverändert bei 5,50 Prozent pro Jahr zu belassen.
Diese Entscheidung erfolgte vor dem Hintergrund erheblich gestiegener geopolitischer Spannungen, insbesondere im Nahen Osten, die zu Störungen der globalen Öl- und Gaslieferungen geführt haben.
Für Jamaika erhöhen diese externen Schocks das Risiko, dass die Inflation über die im April verzeichneten 4,3 Prozent hinaus ansteigt und die heimische Wirtschaftsaktivität kurzfristig beeinträchtigt wird.
Die Beibehaltung des Leitzinses soll dazu beitragen, Zweitrundeneffekte des externen Preisschocks zu begrenzen und die Inflation mittelfristig im Zielbereich von 4,0 bis 6,0 Prozent zu halten.
Zusätzlich wird die Bank of Jamaica weiterhin spezielle Maßnahmen zur Stabilisierung des Devisenmarktes ergreifen, darunter die direkte Versorgung ausgewählter Unternehmen im Energiesektor mit Devisen.
Die Vorankündigung von Zeitpunkt und Umfang der B-FXITT Flash Sale Interventionen wird fortgesetzt, um die Vorhersehbarkeit der Devisenflüsse zu gewährleisten.
Inflationsrisiken und BIP-Rückgang
Die Bank of Jamaica prognostiziert, dass die Inflation in den Quartalen Juni und September 2026 über die obere Grenze des Zielbereichs von 6,0 Prozent steigen wird.
Haupttreiber sind steigende internationale Ölpreise, die zu höheren Strom-, Gas- und Transportkosten führen, sowie Zweitrundeneffekte auf andere Güter und Dienstleistungen.
Auch die Wiederaufbaubemühungen nach Hurrikan Melissa tragen zu den Preissteigerungen bei.
Die Risiken für die Inflationsprognose sind nach oben gerichtet, insbesondere durch eine mögliche Ausweitung des Nahostkonflikts oder ungünstige Wetterbedingungen wie El Niño.
Gleichzeitig wird für das Finanzjahr 2025/26 ein Rückgang des realen BIP um 1,0 bis 2,0 Prozent erwartet.
Das Leistungsbilanzdefizit wird sich voraussichtlich verschlechtern, hauptsächlich aufgrund höherer Treibstoffimporte und des Rückgangs im Tourismus nach Hurrikan Melissa.
Trotzdem bleiben die Brutto-Devisenreserven mit 6,5 Milliarden US-Dollar robust.
Vorsichtiger Kurs in stürmischen Zeiten
Die Entscheidung der Bank of Jamaica, den Leitzins stabil zu halten, spiegelt einen vorsichtigen Ansatz angesichts der komplexen Mischung aus externen Schocks und internen Herausforderungen wider.
Während die unmittelbare Inflationsrate noch im Zielbereich liegt, deuten die deutlichen Aufwärtsrisiken und der erwartete BIP-Rückgang auf eine fragile Wirtschaftslage hin.
Die Betonung der Devisenmarktstabilität und die Bereitschaft zur Anpassung der Geldpolitik unterstreichen die Entschlossenheit der Zentralbank, das Preisstabilitätsmandat auch in unsicheren Zeiten zu verteidigen.
Quelle: Kevin Greenidge: Monetary Policy Press Statement
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