Barbados' Krisenbewältigung: Fiskaldisziplin und Klimaresilienz für Inselstaaten
Dr. Kevin Greenidge, Gouverneur der Zentralbank von Barbados, stellte auf einer IWF-Konferenz den erfolgreichen Krisenbewältigungsplan seines Landes vor. Er betonte die Bedeutung von Fiskaldisziplin und Klimaresilienz für kleine Inselentwicklungsstaaten.
Vom Rande des Abgrunds zurück
Im Mai 2018 stand Barbados vor einer tiefen Krise: Die Staatsverschuldung erreichte 179 Prozent des BIP, die dritthöchste weltweit, und die internationalen Reserven sanken auf 220 Millionen US-Dollar, kaum vier Wochen Importdeckung.
Der Zugang zu Kapitalmärkten war verloren.
Die Regierung reagierte mit dem selbst entwickelten BERT-Programm (Barbados Economic Recovery and Transformation Plan).
Innerhalb von zwei Jahren wurde der Primärsaldo von einem Defizit von 3,5 Prozent des BIP in einen Überschuss von sechs Prozent umgewandelt.
Die gesamte Staatsverschuldung wurde restrukturiert, was die Schuldendienstkosten um jährlich rund 600 Millionen Barbados-Dollar reduzierte.
Dabei wurden soziale Ausgaben für Gesundheit, Bildung und sozialen Schutz bewusst geschützt.
Dr. Greenidge betonte: "Fiskalische Disziplin ist keine Sparpolitik um ihrer selbst willen.
Sie schafft politischen Spielraum.
" Dies ermöglichte es, auf externe Schocks wie COVID-19 und Hurrikan Elsa zu reagieren, ohne den Reformkurs zu verlassen.
Klimaresilienz durch innovative Finanzierung
Die zweite Phase des BERT-Programms, BERT 2022, fokussierte auf Klimaresilienz.
Barbados nutzte als Pionier die Resilience and Sustainability Facility (RSF) des IWF, die 189 Millionen US-Dollar für langfristige Klimafinanzierung bereitstellte.
Klimaaspekte wurden umfassend in Haushaltsplanung und Gesetzgebung integriert.
Innovative Finanzinstrumente wie Naturkatastrophen- und Pandemieklauseln in Staatsanleihen wurden eingeführt.
Ein Debt-for-Nature-Swap und die weltweit erste Debt-for-Climate-Resilience-Operation, unterstützt durch 300 Millionen US-Dollar Garantien, generierten 125 Millionen US-Dollar für Wasserwirtschaft und Ernährungssicherheit.
Dr. Greenidge betonte, die Wirkung entstehe "durch Existenz, nicht durch Nutzung".
Ein Modell für globale Resilienz
Die Erfahrungen von Barbados bieten ein wichtiges Modell für kleine Inselentwicklungsstaaten weltweit.
Sie zeigen, dass eine entschlossene, selbst entwickelte Reformagenda, die soziale Schutzmechanismen integriert und innovative Klimafinanzierung nutzt, nachhaltige Transformation ermöglicht.
Dies ist ein Blueprint für Resilienz, der jedoch starke politische Führung und internationale Unterstützung erfordert.