BIS-Studie: Zombie-Haushalte bremsen Konsum in Korea
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BIS-Studie: Zombie-Haushalte bremsen Konsum in Korea

Eine neue BIS-Studie zeigt, dass sogenannte 'Zombie-Haushalte' in Korea den Konsum stärker dämpfen als bisher angenommen. Besonders Nichtbanken treiben die Kreditvergabe an diese Gruppe voran.

Das Paradox der Zombie-Haushalte

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) analysiert in einem neuen Working Paper die Auswirkungen von 'Zombie-Haushalten' auf den Konsum in Korea.

Basierend auf einem umfangreichen Datensatz von 2017 bis 2023 definieren die Ökonomen Jieun Lee und Ilhyock Shim zwei Typen verwundbarer Kreditnehmer: säumige Schuldner (mindestens 30 Tage im Verzug) und 'Zombie-Haushalte' (Schuldendienstquote über 50 Prozent, aber nicht säumig).

Die Studie zeigt, dass Zombie-Haushalte über die Zeit hinweg bestehen bleiben und selten säumig werden.

Sie verfügen über erhebliche Hypotheken- und andere besicherte Kredite, was sie zu 'vermögenden' Schuldnern macht.

Bemerkenswert ist, dass Nichtbanken die fortgesetzte Kreditvergabe an diese Zombie-Haushalte, das sogenannte 'Evergreening', maßgeblich vorantreiben.

Zinsanstiege treffen Verwundbare härter

Die Untersuchung offenbart, dass Zombie-Haushalte über einen Zeitraum von drei Jahren ein langsameres Konsumwachstum aufweisen als normale Kreditnehmer.

Bei säumigen Schuldnern erholt sich der Konsum nach zwei Jahren wieder.

Ein zentrales Ergebnis ist die erhöhte Sensibilität verwundbarer Haushalte gegenüber Zinsanstiegen: Ihre Konsumausgaben werden durch höhere Zinsen und damit verbundene höhere Schuldendienstlasten stärker negativ beeinflusst.

Auf regionaler Ebene zeigt sich, dass Städte mit einem höheren Anteil an Zombie-Haushalten ein signifikant geringeres Konsumwachstum verzeichnen.

Dieser Effekt wird insbesondere durch junge und einkommensschwache Kreditnehmer verstärkt, was die makroökonomische Relevanz dieser Gruppe unterstreicht.

Überfällige Regulierung gefordert

Die Studie liefert wichtige Impulse für die Politik, da sie die Notwendigkeit einer strengeren und umfassenderen Regulierung der Schuldendienstquote für alle Finanzinstitute unterstreicht.

Zudem sollten Schuldenerlassprogramme für junge und einkommensschwache Zombie-Haushalte sorgfältig konzipiert werden, um den Konsum zu stützen, ohne moralische Risiken zu fördern.

Die Erkenntnisse zeigen, dass die Fokussierung auf Zombie-Haushalte entscheidend ist, um die gesamtwirtschaftliche Konsumdynamik zu stabilisieren.