Basel-Ausschuss zieht Lehren aus Bankenturbulenzen 2023
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Basel-Ausschuss zieht Lehren aus Bankenturbulenzen 2023

Die Bankenturbulenzen von März 2023 waren die bedeutendste Stressphase seit der Finanzkrise 2007. Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) zieht daraus Lehren für Aufsicht und Regulierung.

Aufsicht muss über Kennzahlen hinausblicken

Trotz unterschiedlicher Geschäftsmodelle wiesen die 2023 gescheiterten Banken gemeinsame Schwachstellen in Strategie, Governance und Risikomanagement auf.

Diese Fälle unterstreichen die Notwendigkeit, dass Aufsichtsbehörden die kurz- und mittelfristige Tragfähigkeit von Geschäftsmodellen sowie die Qualität von Governance und Risikomanagement bewerten.

Dies erfordert einen Blick über regulatorische Kennzahlen hinaus, hin zu vorausschauenden, risikoadjustierten Profitabilitätsmessungen.

Obwohl Aufsichtsbehörden Probleme identifizierten, waren ihre Maßnahmen nicht rechtzeitig oder durchgreifend genug, um die Ausfälle zu verhindern.

Dies betont die Grenzen der regelbasierten Aufsicht und die Notwendigkeit frühzeitiger Interventionen, selbst wenn regulatorische Anforderungen erfüllt sind.

Zusätzliche Überwachungsinstrumente und Stressindikatoren, insbesondere für Liquiditäts- und Zinsrisiken, sind unerlässlich.

Basel-Regeln auf dem Prüfstand

Die Turbulenzen warfen wichtige regulatorische Fragen auf.

Eine zentrale Frage ist, ob die Liquiditätsstandards wie beabsichtigt funktionierten, da beobachtete Abflüsse die Annahmen der Liquidity Coverage Ratio (LCR) weit übertrafen.

Auch die Behandlung von Zinsrisiken im Anlagebuch (IRRBB) und die Rolle von Held-to-Maturity (HTM)-Vermögenswerten sowie Additional Tier 1 (AT1)-Kapitalinstrumenten stehen im Fokus.

Die Ausfälle der drei US-Regionalbanken 2023, die nicht dem Basel-Rahmenwerk für IRRBB unterlagen, waren maßgeblich durch konzentrierte IRRBB-Expositionen bedingt.

Dies verdeutlicht umfassendere Fragen zur Behandlung von IRRBB im Basel-Rahmenwerk.