Cook stellt Inflationsrisiken über Arbeitsmarktsorgen
Fed-Gouverneurin Lisa Cook sieht die Risiken für die Preisstabilität als vorrangig gegenüber dem Arbeitsmarkt. Die Inflation lag im Juni mit 3,7 Prozent weiterhin deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel der US-Notenbank.
Steigende Güterpreise und neue Preisschocks
Während die Arbeitslosenquote im Juni bei stabilen 4,2 Prozent lag, verharrt die von der Fed bevorzugte Inflationsrate mit 3,7 Prozent weit über dem Zielwert von zwei Prozent.
Cook betonte, dass das Zwei-Prozent-Ziel seit mehr als fünf Jahren verfehlt wird.
Besonders besorgniserregend sei der Anstieg der Kerngüterpreise um annualisiert fünf Prozent im laufenden Jahr.
Neben dem Nahost-Konflikt, der die Energiepreise treibt, belasten massive Investitionen in die KI-Infrastruktur die Preise für Mikrochips, Software und Strom.
Über 1,5 Billionen US-Dollar an angekündigten Rechenzentrumsprojekten sorgen für anhaltenden Nachfragedruck.
„Sollten wir nicht bald Zeichen einer Disinflation sehen, bin ich bereit zu handeln“, stellte Cook klar.
Verändertes Pendel der Risikobewertung
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Gleichgewicht der Risiken deutlich verschoben.
Während im Sommer 2025 noch Eintrübungen am Arbeitsmarkt befürchtet wurden, erwies sich die Wirtschaft mit einem BIP-Wachstum von 2,0 Prozent im Jahr 2025 und prognostizierten 2,2 Prozent für 2026 als unerwartet widerstandsfähig.
Das Produktivitätswachstum von rund 2,5 Prozent pro Jahr stützt die Entwicklung zusätzlich.
Zwar bleibe das Umfeld für Neueinsteiger am Arbeitsmarkt herausfordernd, ein breiter Abschwung zeichne sich jedoch nicht ab.
Verbales Säbelrasseln ohne Zinsversprechen
Cooks Rhetorik verdeutlicht die wachsende Nervosität in der Fed wegen verfestigter Inflationstrends.
Mit dem Verweis auf KI-Investitionen und Geopolitik bereitet sie den Markt auf eine längere Zinspause oder Straffungen vor.
Für Anleger bedeutet dies, dass rasche Zinslockerungen vorerst vom Tisch sind.
Quelle: Lisa D Cook: Economic outlook
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