Cook bereit zu Zinserhöhung bei verharrender Inflation
Fed-Gouverneurin Lisa Cook hält weitere Zinsanhebungen für möglich, falls der Inflationsdruck in den USA nicht nachlässt. Im Juni lag die PCE-Teuerungsrate mit 3,7 Prozent weiterhin deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel der US-Notenbank.
Druck durch KI-Investitionen und Energie
Fed-Gouverneurin Lisa Cook bewertet die Risiken für die Preisstabilität derzeit höher als die Gefahren für den Arbeitsmarkt.
Zwar verharrte die Arbeitslosenquote im Juni bei 4,2 Prozent, doch die Inflation bleibt hartnäckig: Der PCE-Index stieg im Vorjahresvergleich um 3,7 Prozent, während die Kernrate 3,3 Prozent erreichte.
Neben den Nahost-Spannungen treiben hohe Investitionen in Künstliche Intelligenz die Kosten für Halbleiter, Software und Energie.
Die Notenbank hält die Leitzinsen vorerst stabil, da Auslaufeffekte bei Zöllen, sinkende Ölpreise und Lieferkettenanpassungen dämpfend wirken könnten.
Sollte der Disinflationsprozess jedoch ins Stocken geraten, sei Cook bereit, für eine Erhöhung der Zinsen zu stimmen.
Gespaltener Blick auf die Wirtschaftslage
Trotz eines soliden US-Wirtschaftswachstums von 1,8 Prozent im ersten Halbjahr und Unternehmensinvestitionen von 10 Prozent zeigt sich bei den Verbrauchern eine anhaltend gedrückte Stimmung.
Cook führt diese Diskrepanz auf Sorgen vor Jobverlusten durch KI, hohe Wohnkosten sowie den kumulierten Kaufkraftverlust zurück.
In Alaska zeigt sich zudem eine eigene Dynamik: Höhere Ölpreise stärken zwar den Haushalt des Bundesstaates mit seinen 9.700 Beschäftigten im Energiesektor, belasten jedoch die Haushaltsbudgets in entlegenen Regionen erheblich.
Keine Zeit für Zweckoptimismus
Cooks unverblümte Drohung mit Zinserhöhungen verdeutlicht die gewachsene Nervosität im Fed-Gouverneursrat.
Die Notenbank läuft Gefahr, zwischen hartnäckiger Inflation und einer schwächelnden Verbraucherstimmung festzustecken.
Wer fünf Jahre lang das Inflationsziel verfehlt, hat keinen Spielraum mehr für geldpolitische Nachsicht.