Cook warnt vor KI-Risiken, sieht aber Wachstumschancen
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Cook warnt vor KI-Risiken, sieht aber Wachstumschancen

Lisa D. Cook vom Federal Reserve Board of Governors beleuchtet die Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz für Wirtschaft und Finanzsystem. Sie warnt vor Inflationsrisiken durch KI, sieht aber auch Produktivitätsschübe.

Inflationsrisiken und geduldige Zinspolitik

Cook skizziert einen komplexen Wirtschaftsausblick.

Die Inflation, gemessen am PCE-Preisindex, stieg im April auf 3,8 Prozent (Kerninflation 3,3 Prozent), deutlich über dem 2-Prozent-Ziel der Fed.

Haupttreiber waren gestiegene Benzinpreise und Zölle, doch auch KI-bedingte Investitionen in Rechenzentren (über 1,5 Billionen Dollar angekündigt) treiben die Preise für Chips, Ausrüstung und Fachkräfte in die Höhe.

Der Arbeitsmarkt zeigt sich mit einer Arbeitslosenquote von 4,3 Prozent stabil, birgt jedoch erhöhte Abwärtsrisiken durch den Nahostkonflikt und potenzielle KI-bedingte Arbeitsplatzverluste.

Trotzdem ist Cook optimistisch hinsichtlich des BIP-Wachstums, da KI die Produktivität ankurbeln dürfte.

Angesichts dieser Gemengelage hält sie eine stabile Zinspolitik für angebracht, betont jedoch, dass die Risiken weiterhin zu höheren Inflationsraten tendieren.

Sie sei bereit, die Zinsen bei ausbleibender Disinflation anzuheben oder bei einer Verschlechterung des Arbeitsmarktes zu senken.

KI als Katalysator für den Finanzsektor

Cook zeigt sich optimistisch über das Potenzial von KI, die Produktivität zu steigern und die Innovationsrate zu erhöhen, was Wachstum fördert und neue Arbeitsplätze schafft.

Im Finanzsektor wird KI bereits in ressourcenintensiven Bereichen wie Compliance, Callcentern und Back-Office-Operationen eingesetzt.

Sie beschleunigt die Generierung neuartiger Analysen und hilft bei der Aktualisierung von Legacy-Codes.

Große Technologie- und Finanzdienstleistungsunternehmen nutzen fortschrittliche KI-Tools zur Erkennung von Cyber-Schwachstellen.

KI ermöglicht zudem die Entwicklung maßgeschneiderter Finanzprodukte, verbessert den Zugang zu Krediten und unterstützt Privatanleger bei der Risikoerkennung.

Die Schattenseiten der Algorithmen

Trotz der Wachstumsimpulse birgt KI erhebliche Risiken für die Finanzstabilität.

Insbesondere der zunehmende Einsatz von KI-gesteuertem algorithmischem Handel kann zu korreliertem Handel, Modellkollusion und Marktkonzentration führen.

Zudem könnten KI-bedingte Sektorstörungen, wie bereits im Technologiesektor sichtbar, neue Verwundbarkeiten schaffen.