Malaysia: Naturrisikobewertung im Finanzsektor voranbringen
Madelena Mohamed, stellvertretende Gouverneurin der Bank Negara Malaysia (BNM), betonte die Notwendigkeit, Naturrisiken und -chancen systematisch in die Finanzentscheidungen Malaysias zu integrieren. Sie sprach anlässlich der Vorstellung eines neuen Berichts.
Natur als Wertschöpfer und Wirtschaftsfaktor
Natur bildet die Grundlage aller Wirtschaftsaktivitäten, indem sie Ressourcen, Dienstleistungen und Systeme bereitstellt, die für Wachstum unerlässlich sind.
Madelena Mohamed hob hervor, dass die Natur im Wirtschafts- und Finanzentscheidungsprozess oft unsichtbar bleibt, obwohl ihr ökonomisches Potenzial erheblich ist.
Allein im asiatisch-pazifischen Raum könnten naturpositive Geschäftschancen bis 2030 jährlich 4,3 Billionen US-Dollar Wert schaffen und 232 Millionen Arbeitsplätze generieren.
Als Beispiele nannte sie nachhaltige Land- und Forstwirtschaft, die Bodengesundheit verbessert und Erträge steigert, sowie Ökotourismus, der als strategischer Wirtschaftsfaktor Malaysias zur Erhaltung des Naturkapitals beiträgt und lokale Unternehmen sowie grüne Arbeitsplätze fördert.
Natur-basierte Lösungen wie Mangrovenrestaurierung reduzieren zudem langfristige Kosten für Infrastruktur und Versicherungen, indem sie Küstenschutz und Klimaresilienz stärken.
Malaysia ist als eines der 17 megadiversen Länder der Welt einzigartig positioniert, um von diesen Entwicklungen zu profitieren, da seine natürlichen Ressourcen als entscheidende Wirtschaftsgüter fungieren.
Finanzielle Verwundbarkeiten durch Naturverlust
Die enge Verbindung zwischen Natur und Wirtschaft birgt neben Chancen auch wachsende Risiken.
Physische Risiken entstehen durch die Degradierung von Ökosystemdienstleistungen, sichtbar in Wasserversorgungsstörungen und häufigeren Überschwemmungen.
Übergangsrisiken ergeben sich aus sich ändernden Politiken und Markterwartungen bezüglich Naturverlust.
Eine BNM-Studie zeigte, dass 54 Prozent der Bankkredite in Malaysia an Sektoren mit hoher Abhängigkeit von Ökosystemdienstleistungen vergeben wurden, und 36 Prozent an Sektoren mit hohen Auswirkungen auf die Natur.
Dies kann für Finanzinstitutionen zu erhöhten Kredit- und Liquiditätsrisiken sowie Wertminderungen von Portfolios führen.
Ein systematisches Verständnis dieser Abhängigkeiten und Auswirkungen ist entscheidend für Risikomanagement und Kapitalallokation.
Der erste Schritt zählt
Die Integration von Naturaspekten in Finanzentscheidungen ist komplex, da Natur multidimensional und schwer quantifizierbar ist.
Dennoch ist es entscheidend, mit der Messung und dem Management dieser Risiken zu beginnen, da Ungemanagtes zur Risikoquelle wird.
Die heutigen Entscheidungen bestimmen, ob die Natur eine Quelle nachhaltiger Resilienz oder Instabilität wird.