Nykänen: Systemische Risiken durch KI und Geopolitik
Marja Nykänen, stellvertretende Gouverneurin der Bank von Finnland, warnte vor wachsenden systemischen Risiken. Sie betonte die Notwendigkeit neuer Analyseansätze angesichts von KI und Geopolitik.
Risikolandschaft im Wandel
Marja Nykänen, stellvertretende Gouverneurin der Bank von Finnland, betonte die zunehmende Komplexität der Finanzwelt.
Risiken seien zahlreicher, vernetzter und schwerer zu bewerten als je zuvor.
Künstliche Intelligenz (KI) verändere die Informationslandschaft und könne Spannungen sowie Desinformation verstärken.
Gleichzeitig verschiebe sich das politische Klima hin zu einer Vereinfachung der Regulierung nach der Finanzkrise 2008/09. Nykänen warnte davor, Resilienz mit der Abwesenheit von Risiken zu verwechseln.
Sie forderte qualitativ hochwertige Forschung zu systemischen Risiken, um Schwachstellen, Schockausbreitung und politische Maßnahmen besser zu verstehen.
Dies sei die 'essentielle Infrastruktur einer soliden Politikgestaltung'.
Neue Risiken fordern neue Daten
Die Finanzstabilität wird zunehmend durch unkonventionelle Risiken herausgefordert.
Nykänen nannte geopolitische Spannungen wie die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten, die direkte Auswirkungen auf Wirtschaftswachstum und Finanzmärkte haben.
Hinzu kommen Cyberangriffe, hybride Bedrohungen und der Missbrauch von KI.
Auch neue, nicht-bankbasierte Marktteilnehmer und ESG-Risiken tragen zur Komplexität bei.
Diese Entwicklungen erfordern eine grundlegende Anpassung der Datenanalyse.
Statt traditioneller Finanzmarktdaten seien nun reichere, integrierte und multidimensionale Datensätze nötig.
Auch die analytischen Ansätze müssten sich weiterentwickeln, um Szenarien ohne historische Präzedenzfälle bewerten zu können.
Vertrauen als Fundament der Stabilität
Die Rede unterstreicht die Verschiebung von messbaren Risiken hin zu unkalkulierbarer Unsicherheit, was traditionelle Modelle an ihre Grenzen bringt.
Nykänen gelingt es, die Dringlichkeit neuer Denkweisen für Finanzinstitutionen und Aufsichtsbehörden klar herauszuarbeiten.
Ihre Forderung nach robusten Puffern und operativer Resilienz ist angesichts der multiplen Krisenherde ein notwendiger Appell, der über die reine Risikoverwaltung hinausgeht.